Wirtschaft : Holz vor der Hütte NACHLEGEN

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Buche brennt länger. Birke hat aber ein besseres Flammbild. Solche Sachen weiß der Kaminholzhändler Uwe Friedel. „Im offenen Kamin nur keine Nadelhölzer verwenden“, rät er, „denn die neigen zum Spritzen.“ Und auf jeden Fall Anmachholz benutzen und kein Papier, denn das ist verloschen, bevor es seine Energie an die Scheite weitergeben kann. „Je nach Temperament des Besitzers“ verschlinge so ein Kamin 20 bis 40 Sack à 14 Kilo pro Saison. Bei ihm kostet so ein Sack Kaminholz 3,90 Euro.

Kaminholz verdient erst dann die Bezeichnung, wenn es so weit getrocknet ist, dass die Restfeuchte nicht mehr als 20 Prozent beträgt. Händler schlagen zur Feststellung ein eigenes Messgerät ins Holz. Ist es nämlich zu feucht, kommt es zu Schwelbränden im Kamin, und Reststoffe setzen sich an der Innenseite des Schornsteins ab. Die Birke trocknet am schnellsten, in einem Jahr, Buche und Eiche brauchen mindestens zwei Jahre. Wer aber Raum genug hat, das Holz selbst zu lagern, kann es sich auch selbst frisch aus dem Wald holen, es selbst sägen, spalten und schichten.

„Die Leute mögen es, mit der Familie in den Wald zu ziehen“, sagt Lutz Wittich vom Landesforstamt. Die Zahl der sogenannten „Eventkunden“ habe stark zugenommen in den letzten Jahren. Am Billigsten ist es, sich dafür im zuständigen Revierforstamt einen „Raff und Leseholzschein“ zu besorgen. Damit kann man für fünf Euro im Monat am Boden liegendes Holz zum Beispiel aus Windbruch selber einsammeln. Aber man kann sich auch ein „Los“ zuweisen lassen, das Holz aus einem Stapel am Wegesrand bezeichnet. Das muss man dann selbst zersägen und abtransportieren – und zuhause hacken und schichten (siehe Grafik). Und weil die Forstverwaltung weiß, dass da Laien in den Wald ziehen und ihre Motorsägen aus dem Baumarkt anwerfen, veranstalten sie am 13. Dezember einen „Brennholztag“ auf dem Gelände des Forstamtes Friedrichshagen (Dahlwitzer Str. 4, ab 10 Uhr 30 bis Mittags). Da gibt es eine Unterweisung in die Motorsäge, in die Axt und Tipps zum Arbeitsschutz.

Welche Axt aber schwingen, um hinter’m Haus hackend auszusehen, wie Lady Chatterley’s Lover? Die Romanfigur von D.H. Lawrence schlug als erotisches Sinnbild Holz im Wald. Am stilvollsten ist sicherlich das Beil einer schwedischen Schmiede, die zum Beispiel Globetrotter in Deutschland vertreibt. Die Firma Gränsfors Bruks, die seit 1924 Äxte herstellt, betreibt einen immensen handwerklichen Aufwand mit dem Stahl, der immer wieder gehärtet wird und eine solche Schärfe erreicht, dass es mit Schneidschutz geliefert wird. Der Stiel jedoch wird nicht einmal gestrichen. Glaubt man den Kundenbewertungen, die sich lesen wie Hymnen, gab es noch keine Axt, die leichter in der Hand liegt und müheloser Scheite spaltet (57,97 Euro). ded

Foto: promo

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