Wirtschaft : Holzmann: Anleger sollten mit dem Kauf von Bauaktien warten

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So schlimme Auswirkungen die Pleite des traditionsreichen Bauunternehmens Holmann für Beschäftigte und Zulieferfirmen haben mag, die Baubranche wird nach Einschätzung von Analysten davon profitieren.

"Mittelfristig wird der Preisdruck in der Branche durch die Holzmann-Insolvenz etwas abnehmen", sagt Christiane Nestroy von der Hypo-Vereinsbank in München. Denn der Frankfurter Konzern sei bekannt für seine äußerst aggressive Preispolitik, die auch mit ein Grund für dessen Untergang gewesen sei. Zudem werden sich der Abbau der vorhandenen Überkapazitäten in der Baubranche beschleunigen, glaubt Nestroy. Davon würden die Konkurrenten, insbesondere der deutsche Branchenprimus Hochtief und Bilfinger + Berger profitieren. Allerdings werde der Abbau nicht in diesem Jahr abgeschlossen werden können, denn Holzmann stelle nur ein Teil der Überkapazitäten.

Aus diesem Grund warnt auch Erhard Schmitt vor zu großen Erwartungen. "Allzu große Euphorie ist Fehl am Platz", so der Analyst der Helaba-Trust. Er sieht keinen Bedarf, die Bewertung der Aktien der beiden Konzerne, die momentan bei "neutral" liegt, anzuheben. Seine Begründung: Die Intensität der Marktbereinigung, die sich positiv aud die Kurse der Bau-Aktien niederschlagen würde, sei derzeit kaum abzuschätzen. Das hänge davon ab, wie viele Teile des Holzmann-Konzerns verkauft werden. "Steigen ausländische Wettbewerber ein, ändert sich an den Kapazitäten nichts", sagt Schmitt.

Ohne eine Verbesserung der seit langen katastrophalen Bau-Nachfrage, da sind sich Schmitt und seine Kollegin Nestroy einig, sei eine deutliche Verbesserung der Lage der Baubranche nur schwer möglich. Da die Entwicklung aber nur sehr schwer abzuschätzen sei, hält sich Nestroy mit Prognosen für die Aktien von Baufirmen zurück. Sie empfiehlt potenziellen Anlegern, mit einem Einstieg noch zwei bis drei Wochen zu warten, bis sich herauskristallisiere, was mit Holzmann geschieht. Mittelfristig spricht sie den Papieren von Hochtief und Bilfinger + Berger aber "Potenzial" zu. Zwar wirtschafteten beide Unternehmen in Deutschland knapp an der Gewinnschwelle, im Ausland seien sie aber gut aufgestellt.

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