Wirtschaft : Hongkong umarmt das Festland

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Hongkong und China haben sich am vergangenen Montag endgültig auf die Details eines Vertrages festgelegt, der Hongkongs Herstellern und Anbietern von Dienstleistungen bevorzugten Zugang zum chinesischen Markt geben soll, aber vermutlich keine drastische Auswirkung auf die Hongkonger Wirtschaft haben wird. Sein Wert ist mehr symbolischer Natur. Das Freihandelsabkommen, das unter dem Namen Cepa bekannt ist, ist weltweit vielleicht das einzige zwischen zwei Teilen desselben Landes, eine Tatsache, die gleichzeitig hervorhebt, wie sehr die Sonderverwaltungsregion Hongkong politisch unterscheidbar von China bleibt, ihre wirtschaftliche Zukunft aber zunehmend in einer engeren Anbindung an das chinesische Hinterland sieht.

Nachdem Hongkong das Festland jahrelang als Bedrohung gesehen hat, beginnt sich seine Haltung gegenüber China nun merklich zu ändern. Die bedeutendste Änderung gab es im Juli, als die Einwanderungsbestimmungen gelockert wurden, die es vorher Arbeitern vom Festland (und Touristen) untersagt hatten, nach Hongkong zu ziehen. Jetzt werden die Chinesen wie andere Ausländer auch behandelt. Für die neuen Freiheiten wurde Hongkong belohnt anlässlich der „goldenen Woche“ rund um den Nationalfeiertag am 1. Oktober strömten Touristen vom Festland nach Hongkong. Die Hongkonger, die einst auf die Chinesen vom Festland als Hinterwäldler herabgeblickt haben, mussten überrascht feststellen, dass die chinesischen Touristen pro Kopf mehr ausgeben als die Besucher aus Japan. Hongkonger Firmen suchen chinesische Spezialisten.

Vergessen Sie also die Unmengen an Vorschriften des Freihandelsabkommens – wesentlich ist, dass die Menschen in China und Hongkong neue Freiheiten genießen und beide Seiten von dieser Integration profitieren werden.

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