Honorarstreit : Ärztestreik wird wahrscheinlicher

Die Honorar-Verhandlungen zwischen dem Verband der gesetzlichen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sind vorerst geplatzt. Die Ärzte-Vereinigung hält das Angebot der Krankenkassen für inakzeptabel und droht notfalls mit Streiks.

BerlinIm Streit um die künftigen Honorare für die 145.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten hat die Bundesregierung Streikdrohungen der Mediziner zurückgewiesen. "Streik ist kein Mittel, um die Bewertung ärztlicher Tätigkeit voranzubringen", sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Klaus Vater, am Freitag in Berlin.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hatte die Verhandlungen über die Honorare für das kommende Jahr mit dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung am Donnerstag ausgesetzt.

Honorarerhöhung belastet Beitragszahler

Der KBV-Vorsitzende Andreas Köhler sagte der "Bild"- Zeitung: "Legen die Kassen kein besseres Angebot vor, können wir Ärztestreiks nicht mehr ausschließen." Ministeriumssprecher Vater forderte, "dass die Gespräche zügig wieder aufgenommen werden".

Im entscheidenden Ausschuss lag den Ärzten nach offenbar ein Angebot vor, die Honorare von rund 23 Milliarden Euro im Jahr um 2,1 Milliarden Euro zu erhöhen. Die Ärzte-Vereinigung taxierte die Endsumme der umfangreichen Berechnungen allerdings nur auf 1,4 Milliarden.

Die Ärzte fordern, dass Versprechen der Politik nach 2,5 Milliarden Euro zusätzlich umgesetzt werden. Entschieden werden soll bis Ende August. Für die Beitragszahler bedeutet eine Milliarde Mehrausgaben der Krankenkassen eine Steigerung des Kassenbeitrags um rund 0,1 Prozentpunkte. (iba/dpa)

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