Honorarstreit bei Berliner AOK : Zu wenig Geld für den Zahnarzt

AOK-Versicherte in Berlin könnten bald nur noch eingeschränkt von ihrem Zahnarzt behandelt werden. Davor warnt die Kassenzahnärztliche Vereinigung Berlin.

Laura Höflinger

Die AOK Berlin- Brandenburg habe zu knapp kalkuliert. Schon jetzt ist nach Angaben der KZV Berlin das Budget für die Zahnarzthonorare 2010 um 7,6 Millionen Euro überschritten worden, weil in den ersten zehn Monaten mehr Berliner eine Zahnbehandlung gebraucht haben als von der Krankenkasse angenommen. Wegen dieses Umstands könnte die Versorgung eingeschränkt werden. „Dieser Vorwurf entbehrt jeder Grundlage“, sagt AOK-Sprecher Christian Jacob dem Tagesspiegel. „Selbstverständlich werden unsere Mitglieder auch weiterhin bei Berliner Zahnärzten behandelt.“

Der Streit ist die Neuauflage eines alten Konflikts. Auf der einen Seite vertritt die KZV Berlin die Zahnärzte. Auf der anderen Seite versuchen die Krankenkassen zu sparen. So trat letzte Woche die bayerische KZV ganz ähnlich auf, als sie mitteilte: „Das Geld für Füllungen wird knapp.“ Der Hintergrund: Dort waren die Honorarverhandlungen gescheitert.

Nach Angaben der AOK Berlin-Brandenburg sind die Vergütungsverhandlungen für die Zahnärzte in der Region mittlerweile abgeschlossen. Danach werden die Berliner Zahnärzte im kommenden Jahr etwas mehr Geld erhalten. Dennoch warnt die KZV für das laufende Jahr: Wenn Zahnärzte um ihr Honorar fürchten müssen, könnten sie AOK-Mitglieder nur noch mit dem Nötigsten behandeln. Denn zwar darf kein Arzt einen Patienten wegschicken – „es ist aber nicht auszuschließen, dass Zahnärzte die weitergehende Behandlung ihrer Patienten, wenn es aus medizinischer Sicht zu vertreten ist, in das kommende Jahr verschieben“, sagte Susanne Drkosch, Sprecherin der KZV Berlin. Bei der AOK gibt man sich gelassen: „Es gibt in Berlin eine Überversorgung mit Zahnärzten. Logischerweise wird der Kuchen kleiner, je mehr sich um ihn streiten.“Laura Höflinger

5 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben