Wirtschaft : Hotels und Pensionen freuen sich auf die WM

Die deutsche Tourismus-Industrie verspricht sich gute Geschäfte von dem Fußball-Ereignis

Rolf Obertreis

Frankfurt am Main - Die deutsche Tourismus-Industrie rechnet durch die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 mit einem kräftigen Schub. „Das ist eine Riesenchance, die wir uns nicht entgehen lassen dürfen“, sagte Petra Hedorfer, Vorsitzende der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), am Donnerstag in Frankfurt. Bei ausverkauften Stadien in den zwölf WM-Städten erwartet sie 2006 zusätzlich rund 5,5 Millionen Übernachtungen in deutschen Hotels und Pensionen. Daraus ergäbe sich ein Wachstumsplus von 1,7 Prozent für 2006.

Zum Vergleich: 2005 rechnet die DZT mit einem Plus von zwei Prozent auf rund 46,5 Millionen Übernachtungen. Im guten Tourismus-Jahr 2004 wurden in Deutschland rund 45,4 Millionen Übernachtungen deutscher und ausländischer Gäste gezählt, was einem Zuwachs von knapp neun Prozent entspricht.

Erfahrungen anderer Veranstalterländer von Fußball-Europa- und Weltmeisterschaften teilt Hedorfer nicht: Dort wurden in der Vergangenheit während der Turniere sogar zurückgehende Besucherzahlen registriert, weil Nicht-Fußball-Fans die Regionen aus Furcht vor Ausschreitungen gemieden hatten. Der breite Mix der Spielorte werde dies 2006 in Deutschland verhindern, glaubt Hedorfer. Vielmehr ist sie überzeugt, dass die WM auch langfristig die Tourismus-Umsätze in Deutschland ansteigen lässt.

Den zusätzlichen Umsatz für die deutsche Hotellerie will die DZT-Vorsitzende derzeit nicht beziffern. Dies hänge letztlich davon ab, welche Länder sich für die WM qualifizierten. Dies erst lasse Rückschlüsse auf die Ausgabefreudigkeit der jeweiligen Fußball-Fans zu. Zusätzliche Umsätze werden nach Ansicht von DZT-Chefin Hedorfer aber auch durch Kongresse und Tagungen erzielt, die im Umfeld der Fußball-WM veranstaltet werden. Unabhängig von der WM wird Deutschland als Reiseziel immer beliebter. Durch die besser abgestimmten Ferientermine werde die Zahl der deutschen Gäste um ein bis zwei Prozent wachsen. Aus dem europäischen Ausland erwartet Hedorfer ein Plus von etwa drei Prozent. Immer beliebter wird Deutschland als Reiseziel in Asien, in den Golfstaaten und in Osteuropa.

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