Wirtschaft : Hotels werfen Fifa Fehler vor - In Berlin gibt es zur WM noch preiswerte Zimmer

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Berlin - Die Berliner Tourismusbranche und die Hotels der Stadt haben am Mittwoch heftige Kritik daran geübt, wie der Fußball-Weltverband Fifa die Hotels zur WM vermarktet hat. „Es sind große Fehler gemacht worden“, sagte Tourismuschef Hanns Peter Nerger am Mittwoch im Berliner Hotel Adlon. In der Hauptstadt hatte die Fifa 5000 der 8000 für die WM geblockten Zimmer zurückgegeben. Auch an anderen Spielorten konnten die Kontingente nicht wie erhofft genutzt werden. „Nun hilft kein Jammern, wir alle müssen jetzt arbeiten“, sagte Adlon- Chef Thomas Klippstein. Die Branche hofft auf kurzfristige Buchungen. Und wer jetzt noch kommt, kommt günstig weg: „Die Preise sind jetzt leider im Rückwärtsgang“, sagte Nerger.

Nicht nur für die Hotels der Stadt könnte das Geschäft mit der WM kleiner werden als erhofft. Von der Austragung der WM seien „keine spürbaren Impulse auf die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland zu erwarten“, schreibt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht. Auch von den im Vorfeld der WM getätigten Investitionen seien keine gesamtwirtschaftlichen Effekte ausgegangen. Dazu sei das Investitionsvolumen nicht groß genug gewesen, zumal es über mehrere Jahre verteilt war. „Die Effekte auf den Tourismus dürfen nicht überschätzt werden“, warnt das DIW, „da WM-Besucher andere Touristen verdrängen können.“

Berlin hat jedenfalls noch Platz: „Zwischen den Spieltagen sind noch viele Zimmer frei“, sagte Nerger. Der Geschäftsführer der Berlin Tourismus Marketing GmbH hielt der Fifa vor, für ihre Vermarktungsgesellschaft „so gut wie keine Werbung betrieben zu haben“. Speziell in Berlin ist die Fifa vor allem mit ihrer Preisstrategie gescheitert. Nerger machte keinen Hehl daraus, dass die Preise zu hoch gewesen sind. „Die WM konnte nicht dazu benutzt werden, die eigentlich zu niedrigen Preise anzuheben.“ In der Hauptstadt liege der Durchschnittspreis bei 127 Euro. In Paris erreiche man um 285 Euro und in London etwa 275 Euro. „Ich bleibe dabei, am Ende werden wir an die 90 Prozent Auslastung haben“, sagte Nerger. Es könne gehen wie bei der Reichstagsverhüllung: „Als die erste Plane fiel, kamen die Leute. So wird es sein, wenn die ersten Bilder von der WM da sind.“ Adlon-Chef Klippstein konnte immerhin verkünden, dass sein Haus zu den sechs WM-Spielen in Berlin ausgebucht ist. vis/dpa

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