Wirtschaft : HP besiegelt Freitag Fusion mit Compaq

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Die Fusion der beiden US-Computerkonzerne Hewlett-Packard (HP) und Compaq ist so gut wie perfekt. Bereits an diesem Freitag solle der Kauf von Compaq von HP für 18,6 Milliarden Dollar besiegelt werden, kündigte HP jetzt an. Schon am kommenden Dienstag solle das neue Unternehmen starten. HP veröffentlichte außerdem das endgültige Ergebnis der Aktionärsabstimmung über den Zusammenschluss. Danach sprachen sich 51 Prozent der Anteilseigner für, 48 Prozent gegen die Fusion aus.

Ein Gericht im US-Staat Delaware hatte in der Nacht zum Mittwoch den Weg für die Fusion der beiden Unternehmen, der größten in der Geschichte der Computerindustrie, geebnet. Der Sohn des Firmenmitbegründers, Walter Hewlett, hatte versucht, in einem acht Monate dauernden Kampf um Aktionärsstimmen die Fusion zu verhindern. Doch Richter William B. Chandler III bestätigte die Rechtmäßigkeit der Aktionärsabstimmung vom 19. März. Chandler wies die Behauptung Walter Hewletts zurück, Konzernchefin Carly Fiorina und ihr Management hätten einen Großaktionär - die Deutsche Bank - zur Abstimmung für die Fusion gedrängt und gedroht, die Bank von zukünftigen Investment-Geschäften auszuschließen. Die Deutsche Bank besitzt etwa ein Prozent der HP-Anteile.

Darüber hinaus hatte Hewlett dem Management vorgeworfen, es habe die Aktionäre mit einem zu optimistischen Bild über die Vorteile des fusionierten Unternehmens hinters Licht geführt. Auch diesen Klagepunkt ließ der Richter nicht gelten. Andererseits wies er auf potenzielle Interessenkonflikte bei der Deutschen Bank zwischen der Vermögensverwaltung und dem kommerziellen Bankgeschäft hin. Die Bank hätte ihre 17 Millionen Anteile kurz vor der Abstimmung zugunsten der Fusion abgegeben; und ein Konferenz-Anruf am 19. März, bei dem HP für die Fusion plädierte, sei auf Wunsch der Investmentbank-Gruppe der Deutschen Bank erfolgt.

Analysten gehen davon, dass der Zusammenschluss planmäßig am kommenden Dienstag vollzogen wird. In einer Stellungnahme sagte Hewlett, er sei "enttäuscht" über die Entscheidung. Er werde aber keine weiteren Schritte gegen die Fusion ergreifen, sondern sehen, wie er bei dem Zusammenschluss behilflich sein könne. Dem neuen Aufsichtsgremium von HP gehört er nicht mehr an. Dafür hatte Fiorina vorige Woche gesorgt. Vor Gericht hatte Fiorina ausgesagt, sie habe die Deutsche Bank nicht genötigt, als sie Vertretern des Instituts sagte, das Gelingen der Fusion sei "für unsere anhaltende Geschäftsbeziehung von entscheidender Bedeutung". Mit solchen Routine-Äußerungen habe sie auch bei anderen Aktionären um Unterstützung für den Deal geworben, sagte sie.

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