Wirtschaft : HP-Nachkommen gegen die Fusion mit Compaq Computer

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Der Anfang September angekündigte Zusammenschluss der amerikanischen Computerkonzerne Hewlett-Packard (HP) und Compaq Computer droht am Widerstand der HP-Nachkommen zu scheitern. Am Mittwoch wurde bekannt, dass die Angehörigen des Firmenmitgründers William Hewlett die 21,55-Milliarden-Dollar Akquisition ablehnen. Damit steht die Zukunft des Deals und der Firmenchefin Carly Fiorina auf dem Spiel.

Walter Hewlett und die Hewlett-Familienstiftung wollen gegen die Fusion stimmen, weil HP mit Compaq zu stark dem brutalen Wettbewerb im hart umkämpften und margenschwachen PC-Geschäft geraten und der Wert von HPs lukrativem Druckergeschäft damit verwässert würde. Die Hewlett-Nachkommen und die Stiftung halten mehr als 100 Millionen Aktien oder etwa fünf Prozent des HP-Aktienkapitals.

"Das ist eine schlechte Transaktion. Je früher man sie beendet, desto besser", sagte Hewlett, der auch den Vorsitz der Stiftung führt. Als Mitglied des HP-Verwaltungsrates hatte Hewlett dem Zusammenschluss erst zugestimmt. Am Dienstag teilte er mit, die sich verschlechternde Wirtschaftslage hätten ihn jedoch davon überzeugt, dass Compaq nicht zu HP passe. Hewlett kritisierte auch die 1999 zur Firmenchefin berufene Fiorina. "Ich habe sie in vielen Dingen unterstützt, doch Compaq ist für uns nicht der richtige Partner", sagte er. Die 46 Jahre alte Managerin, die mittelalterliche Geschichte und Philosophie studiert hatte, war vom Sekretärinnenschreibtisch an die Konzernspitze aufgestiegen. Sie ist das erste Nichtfamilienmitglied in dieser Position.

Das Unternehmen drückte in einer Firmenmitteilung sein Bedauern über den Familienbeschluss aus; der HP-Verwaltungsrat sowie Compaq stünden fest hinter der Akquisition. Doch Analysten und Investoren sagten, die Bekanntgabe der Hewlett-Familie sei ein Rückschlag für Fiorina. "Wenn ein Großaktionär dagegen ist, wird es schwierig, die Zustimmung zu bekommen", sagte Sunil Reddy, Portfolio-Manager bei Fifth Third Bancorp.

Die Packard-Familie und die Packard-Stiftung besitzen 10 Prozent der Anteile. Es ist nicht bekannt, wie sie bei der kommenden Aktionärsversammlung abstimmen werden. Sollten auch sie sich auf die Seite der Hewletts schlagen, ist der Deal im Urteil von Analysten erledigt. Die Börse war von Anfang an skeptisch gewesen.

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