Wirtschaft : HSH Nordbank bleibt in den Miesen

Landesbank erwartet erst 2011 einen Gewinn

Hamburg - Die mit Milliardensummen gestützte HSH Nordbank kommt nicht aus den roten Zahlen. Wegen der angespannte Lage der Schifffahrtsbranche und der schleppenden Wirtschaftserholung geht Bankchef Dirk Jens Nonnenmacher auch für 2010 noch von einem Verlust aus, wie er am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz sagte. „Wir wissen, dass noch ein weiter Weg vor uns liegt, um die HSH Nordbank wieder in die Erfolgsspur zurückzuführen“, sagte er. Zuletzt hatte die HSH in ihrem Sanierungsplan für 2010 einen Verlust von 700 Millionen Euro vorgesehen. Die genaue Höhe des zu erwartenden Fehlbetrags lasse sich erst nach dem Ende des EU-Prüfverfahrens zum Umbau der Bank beziffern. Ab 2011 will die Bank aber wieder schwarze Zahlen schreiben.

Die HSH war durch Fehlspekulationen an den Rand des Abgrunds geraten und musste von ihren Eigentümern Hamburg und Schleswig-Holstein mit drei Milliarden Euro Kapital und weiteren zehn Milliarden Euro an Garantien gestützt werden. Die Bürgschaften habe die Bank jedoch bislang nicht in Anspruch genommen und sei „weit davon entfernt“, sagte Nonnenmacher. Im vergangenen Jahr verringerte das Institut seinen Verlust deutlich auf 679 Millionen Euro. Das war der dritthöchste Fehlbetrag unter den deutschen Landesbanken. Noch tiefer in die roten Zahlen rutschten nur die BayernLB mit 2,6 Milliarden und die Landesbank Baden-Württemberg mit 1,4 Milliarden Euro.

Zur Belastung dürfte 2010 die weiter hohe Vorsorge für faule Kredite werden. Diese soll zwar deutlich unter den 2,8 Milliarden Euro des Vorjahres liegen, werde aber auf einem „signifikanten“ Niveau bleiben, kündigte die Bank an. Die HSH ist einer der größten Schiffsfinanzierer der Welt und musste im vergangenen Jahr angesichts der Krise in der Transportbranche hohe Rückstellungen bilden. „Wir erwarten, dass gewisse Märkte in der Schifffahrt weiter schwierig bleiben“, sagte Nonnenmacher. Zudem droht der Landesbank hier Konkurrenz von chinesischen Banken, die verstärkt in den Markt vordringen und nach Einschätzung des Bankchefs in etwa drei bis fünf Jahren zu wichtigen Wettbewerbern heranwachsen dürften.

Im Zuge der Sanierung der Bank fordert die EU eine Verringerung des Anteils der staatlichen Eigentümer von 85 auf unter 50 Prozent, der 2013 oder 2014 vonstattengehen könnte.

Eine Fusion mit einer anderen Landesbank im Zuge des Ausstiegs mache aus seiner Sicht wenig Sinn, sagte Nonnenmacher. Er sehe eher andere Lösungen – etwa einen Börsengang. „Aber das setzt natürlich voraus, dass Schiffe wieder etwas mehr sexy werden.“ rtr

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