Wirtschaft : Hüh und Hott bei der Deutschen Bank 24

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Die neue Führungsmannschaft der Deutschen Bank erweist sich als flexibel. Eines der ersten Vorhaben des neuen Chefs Josef Ackermann wird die Neuordnung des Geschäfts mit den Privatkunden und den mittelständischen Unternehmen sein. Konkret: Die Marke Deutsche Bank 24, unter der das Privatkundengeschäft zusammengefasst ist, wird wieder verschwinden.

Im September 1999 hatte die Deutsche Bank ihre Privatkunden in Wohlhabende, für die weiterhin die Deutsche Bank zuständig war, und in weniger Vermögende, die in Zukunft Deutsche Bank 24 als Bankverbindung in ihren Briefköpfen angeben mussten, aufgeteilt. Die Neuordnung, die dem Vernehmen nach, damals immerhin mindestens 204 Millionen Euro kostete, löste einen Sturm der Entrüstung aus. Insbesondere Freiberuflern ging dies gegen den Strich. Auf den Rechnungen von Rechtsanwälten oder Architekten ließ sich nun ablesen, welchen Stellenwert sie bei ihrer Bank genossen.

Doch Ackermann reagiert mit seinen Plänen weniger auf die Proteste seiner Kunden. Er zollt eher dem Erfolg der Deutsche Bank 24 unter ihrem Vorstandschef Herbert Walter Tribut. Walter hat seit 1999 bewiesen, dass sich auch mit dem viel geschmähten Retailbanking Geld verdienen lässt. Sollte das vermeintlich zu wenig rentable Geschäft zunächst erst ausgegliedert und später sogar verkauft oder an die Börse gebracht werden, will es der Deutsche-Bank-Konzern nun wieder zurück. Es soll sogar ein wichtiges Standbein des Konzerns werden, heißt es.

Doch so einfach wird die Reintegration nicht werden. Die Auswechslung der Schilder an den rund 1000 Filialen ist noch das geringste Problem. Die rechtlichen Hürden sind höher, denn bei einer Aufgabe der rechtlichen Selbstständigkeit des Instituts bekämen dessen Kunden auch neue Kontonummern – für viele womöglich eine Gelegenheit, die Bankverbindung zu lösen. dr

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