Wirtschaft : Hugo Boss spürt das Ende der Konsumflaute

Umsatz in Deutschland erholt sich Erfolg mit der Damenkollektion

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Berlin (msh). Der Modekonzern Hugo Boss spürt eine leichte Besserung der Konsumstimmung in Deutschland. Nach einem Umsatzeinbruch im ersten Quartal blieben die Erlöse in Deutschland im zweiten Quartal mit 52,2 Millionen Euro zumindest auf dem Niveau des Vorjahres, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Positiv entwickelte sich auch das Geschäft mit der neuen Damenkollektion Boss Woman, die ihren Verlust deutlicher als erwartet verringert hat. Probleme bereitet dem Unternehmen der schwache Dollar, da Boss rund ein Fünftel seines Umsatzes in Nordamerika macht. Der Gesamtumsatz des Konzerns sank daher im zweiten Quartal um fünf Prozent auf 167,5 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Die Hersteller von Bekleidung hatten zuletzt stark unter der Kaufzurückhaltung der Verbraucher und den Preiskämpfen im Handel gelitten. Im deutschen Textilhandel ging nach einem schwierigen Jahr 2002 der Umsatz auch im ersten Halbjahr des laufenden Jahres um fünf Prozent zurück. Zusätzlich belasteten der IrakKrieg und die Lungenseuche Sars das Geschäft von Hugo Boss. Inzwischen zeigen Indikatoren wie das Konsumklima, dass sich die Kauflaune wieder bessert. Bei Boss sank der Verlust im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um zwei Drittel auf 6,6 Millionen Euro.

Deutliche Fortschritte machte Boss mit seiner Damenkollektion, deren Umsatz im ersten Halbjahr um 35 Prozent auf 22 Millionen Euro zulegte. „Das Feedback zu Boss Woman aus dem Handel ist durchweg positiv“, sagt Nils Lesser, Modeexperte beim Bankhaus HSBC Trinkaus & Burkhardt. Der Konzern habe aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Die erste Kollektion von Boss Woman war vor zwei Jahren bei den Kundinnen durchgefallen. Weder das Design noch die hohen Preise hatten der weiblichen Kundschaft gefallen. Boss-Chef Bruno Sälzer sagte, der „Relaunch“ der Damenmode sei erfolgreich gewesen. Er bleibt bei seinem Ziel, die Damenkollektion im zweiten Halbjahr in die Gewinnzone zu führen.

Die Aussichten für das Gesamtjahr beurteilt Sälzer weiterhin zurückhaltend. Der Umsatz soll währungsbereinigt mit 1,1 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres bleiben. Trägt Boss Woman wie geplant zum Gewinn bei, soll das Ergebnis um rund zehn Prozent steigen. Die Boss-Aktie verlor bis zum Handelsschluss 1,8 Prozent auf 14,82 Euro. Händler begründeten den Verlust mit den starken Kursgewinnen der Vergangenheit. Die Hoffnung auf ein Ende der Konsumflaute sei bereits im Kurs der Boss-Aktie enthalten.

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