Wirtschaft : Huk-Coburg bietet Rundum-Service nach Autounfall

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Die Huk-Coburg-Versicherungsgruppe führt zum 29. April bundesweit ihr neues Serviceangebot "Schadenservice Plus" (SSP) ein. Damit will sie Unfallgeschädigten besseren Service bieten und selbst viel Geld sparen. Rolf-Peter Hoenen, Sprecher der Vorstände der HUK-Coburg, bezifferte das Einsparpotenzial für die Versicherung auf 60 Millionen Euro. "Bei der herkömmlichen Schadenregulierung sind die klassischen Marktmechanismen von Angebot und Nachfrage teilweise außer Kraft gesetzt" sagte Hoenen. Das liege daran, dass der Geschädigte kein preisbewusster Nachfrager sei. "Das erste Bestreben eines halbwegs cleveren Unfallgeschädigten ist es doch oft, zunächst auf der Basis eines möglichst hohen Sachverständigengutachtens mit dem Versicherer abzurechnen und dann möglichst billig reparieren zu lassen."

Dem will die Versicherung entgegenwirken, in dem sie das Schadenmanagement selbst in die Hand nimmt: Das beschädigte Fahrzeug wird vor der Haustür abgeholt, in eine der bundesweit 1200 Partnerwerkstätten der Versicherung gebracht und nach Reparatur und Fahrzeugreinigung wieder vor die Tür gestellt. Während der Schadenabwicklung steht dem Geschädigten ein Mietwagen zur Verfügung. Der Betroffene kann selbst entscheiden, ob er den "Schadenservice Plus" in Anspruch nehmen will. "Es ist ein Angebot - niemand wird gezwungen, dieses anzunehmen", sagte Hoenen. Ausgenommen von dem Angebot sind Total- und Bagatellschäden und Fälle, bei denen Deckung oder Haftung nicht eindeutig feststehen. Insgesamt kämen etwa 30 bis 40 Prozent aller Schadenfälle für SSP in Frage.

Vom Automobilclub ADAC sei die Versicherung für das Rundum-Sorglos-Paket heftig kritisiert worden, sagte Hoenen. Der Autofahrer würde entmündigt, die Werkstätten von der Versicherung in den Würgegriff genommen, lauteten die Vorwürfe. "Das Bild eines mächtigen Versicherers, der eigentlich alles nur darauf anlegt, den unerfahrenen Geschädigten seine berechtigten Ansprüche zu verwehren, sitzt seit langem nur zu fest in unseren Köpfen", sagte Hoene. Die Folge hoher Ausgaben für Sachverständige, Anwälte und überteuerte Ersatzfahrzeuge sei aber, dass 15 Prozent der gesamten Schadenaufwendungen des Versicherers gar nicht den Geschädigten zu Gute kämen.

Die Huk-Coburg rechnet damit, dass die durchschnittliche Schadenhöhe durch SSP um etwa 20 Prozent, die gesamten Schadenaufwendungen um 2,5 bis drei Prozent sinken werden. Sollte sich der Wert stabilisieren, könnten die Einsparungen an die Versicherten weitergegeben werden.

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