Wirtschaft : HUK Coburg führt Autoschutzbrief ein

Vorstandssprecher: ADAC vermittelt keine Kunden mehr / Gewinn um 56 Prozent gesteigert MÜNCHEN (dpa).Die HUK-Coburg will ähnlich wie die Allianz mit einem Billig-Autoschutzbrief künftig schneller bei Unfallschäden reagieren können.Per Telefon sollen sich die Autofahrer im Schadensfall bei der zweitgrößten deutschen Autoversicherung melden.Die HUK-Coburg will die notwendige Hilfe nicht Dritten überlassen, sondern durch eine schnelle Schadensregulierung auch Kosten sparen, sagte Vorstandssprecher Rolf-Peter Hoenen am Mittwoch abend in München. Der Schutzbrief für 18 DM wird den Angaben zufolge vom 1.April an in Kombination mit der Auto-Haftpflichtversicherung bei Neuabschlüssen oder Änderungen angeboten.Die HUK Coburg mit über 11,3 Millionen Verträgen in der Auto-Versicherung will erreichen, daß beispielsweise Mietwagenfirmen, Sachverständige oder auch Rechtsanwälte "nicht mehr als nötig" von den Notlagen der Unfallopfer profitieren.Die Versicherung werde "Empfehlungen geben", welcher Abschleppdienst oder welche Werkstatt genutzt werden kann.Der Autofahrer sei in der Wahl aber frei. Der Preis für den Schutzbrief sei kostendeckend kalkuliert, sagte der HUK Coburg-Chef.Er widersprach dem Schutzbrief-Marktführer ADAC, der bereits beim Allianz-Angebot (13 DM) von Dumpingpreisen und Quersubventionierung sprach.Bereits seit 1996 bietet auch die Colonia- und Nordstern-Versicherung für 15 DM Schutzbriefe an.Das HUK Coburg-Angebot sei "keine Kampfansage an den ADAC", sagte Hoenen.Der Automobilclub, der bisher an die Versicherungsgruppe mit Sitz in Coburg jährlich etwa 18 000 Auto-Versicherungen vermittelte, habe sich aber entschieden, dies künftig nicht mehr zu tun. Der HUK Coburg-Chef sprach von einem deutlich schärferen Wettbewerb auf dem Kfz-Versicherungsmarkt und Methoden wie "auf dem marokkanischen Basar".In der Vergangenheit hätten Wettbewerber - Hoenen nannte keinen Namen - gezielt Kunden von der HUK Coburg abgeworben, und zwar mit Rabatten, die unter den eigenen Tarifen liegen.Dennoch habe die HUK Coburg-Gruppe ihren Marktanteil von etwa zehn Prozent ausbauen können. Insgesamt stieg 1997 der Umsatz in der HUK Coburg-Gruppe um 1,6 Prozent auf 6,13 Mrd.DM.Davon entfielen 4,08 Mrd.DM (minus 3,3 Prozent) auf das Hauptgeschäft Kfz-Versicherungen, wobei die Beitragseinnahmen im Gesamtmarkt um 4,5 Prozent sanken.In der Kfz-Versicherung ging das Neugeschäft von 683 000 auf 666 000 Verträge zurück.Vor dem Hintergrund der steigenden Kosten pro Unfall, besonders durch Personenschäden, könnte es zum 1.Oktober in der Haftpflichtversicherung zu einer moderaten Prämienerhöhung kommen, sagte Hoenen. Die gesamte HUK Coburg-Gruppe mit 6559 Beschäftigten steigerte durch ein deutlich verbessertes Ergebnis sowohl aus dem Versicherungsgeschäft als auch aus den Kapitalanlagen den Jahresüberschuß um 56 Prozent auf 541 Mill.DM.Die stillen Reserven - der Unterschiedsbetrag zwischen Zeitwert und Buchwert der Kapitalanlagen - beliefen sich Ende 1997 bei der Dachgesellschaft HUK Coburg auf 3,81 Mrd.DM.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar