Wirtschaft : HUK Coburg schreibt Verluste

MÜNCHEN (rtr).Die Versicherungsgruppe HUK-Coburg ist 1998 nach eigenen Angaben wegen der Bonner Steuerreform und dem Preiskampf in der Autoversicherung erstmals seit langem in die Verlustzone gerutscht.Vorstandschef Rolf-Peter Hoenen machte am Mittwoch abend vor allem eine zusätzliche Steuerlast von rund 270 Mill.DM durch die Steuerreform dafür verantwortlich, daß das Gruppenergebnis sich um fast 400 Mill.DM auf einen Fehlbetrag von 32,1 Mill.DM verschlechterte.Hinzu gekommen sei ein Verlust bei der Kraftfahrzeug-Haftplichtversicherung von rund 300 Mill.DM.1999 sei allerdings wieder mit Gewinn zu rechnen.

Insgesamt erwartet der Vorstand durch die Steuerreform zusätzliche Belastungen für die HUK-Coburg in Höhe von rund 500 Mill.DM.Gut die Hälfte, und zwar den Teil, der auf die von Bonn geforderte realitätsnähere Bewertung der Schadenrückstellungen entfalle, habe die HUK-Coburg bereits in der Ertragsrechnung für 1998 verkraftet.Hoenen kritisierte die Steueränderungen heftig.Doch nicht nur diese Zusatzlasten, sondern auch die durch Preiskampf, Tarifdifferenzierungen und völlig unzureichende Prämienhöhen gekennzeichnete Lage in der Autoversicherung habe die Ertragsrechnung der HUK-Coburg beeinträchtigt, hieß es.Die Gruppe steigerte ihr Beitragsvolumen 1998 um nur noch 0,8 Prozent auf 6,18 Mrd.DM erhöhen und verzeichnete beim Vorsteuerergebnis ein Minus von über 360 Mill.DM auf 530,5 Mill.DM.Dem standen Steuern von 562,6 Mill.DM gegenüber.Erstmals seit langem konnte die HUK-Coburg auch in ihrem Kernbereich Autoversicherung ihren Marktanteil nicht mehr verbessern.In dieser Kernsparte seien die Beiträge um 3,5 Prozent auf 3,9 Mrd.DM zurückgefallen.Die HUK-Coburg ist in diesem Bereich mit gut 6,3 Millionen Versicherten hinter der Allianz die Nummer zwei.Die Gesellschaft kündigte zum 1.Mai neue Tarife im Neugeschäft an, die um 4,5 bis 5Prozent über dem bisherigen Niveau lägen.

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