Wirtschaft : HUK: Die Assekuranz-Gruppe Huk-Coburg ist erster Online-Versicherer

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Die Assekuranz-Gruppe Huk-Coburg ist eigenen Angaben zufolge als erster deutscher Vollversicherer im Internet gestartet. Die neue Online-Tochter namens Huk 24 decke von Beginn an fast die gesamte Produktpalette der Assekuranz ab, sagte Konzernchef Rolf-Peter Hoenen am Dienstag in München. Ab 2001 biete Huk 24 auch derzeit noch fehlene Lebens- und private Rentenversicherungen an. Der unter der Internet-Adresse www.Huk24.de erreichbare Online-Versicherer wirbt mit günstigen Konditionen. Bei der Huk-Hauptsparte Kfz-Policen seien die Online-Tarife fünf Prozent günstiger als die von der Leistung her identischen Vertreter-Tarife, warb Hoenen. In den Sparten Haftpflicht, Sach- und Rechtsschutz biete Huk 24 rund 15 Prozent Rabatt, in der Unfallversicherung 20 Prozent.

Abschließen könnten Kunden eine solche Police nur per Internet ohne Beratung. Dagegen stehe einem Versicherten im Schadensfall das gesamte Serviceangebot der Huk Coburg Versicherungsgruppe offen. Trotz dieser Vorteile rechnen die Coburger nicht damit, dass ihre Kundschaft nun den klassischen Vertriebswegen in Scharen den Rücken kehrt. Policen online abzuschließen sei noch kein Massenmarkt, befand Hoenen. Wenn Huk 24 binnen zwölf Monaten 15 000 Verträge einsammele, sei das ein Erfolg. 1999 hat der zweitgrößte heimische Kfz-Versicherer auf traditionellen Wegen etwa 650 000 Verträge neu gewonnen. Huk 24 ist mit 50 Millionen Mark Startkapital ausgestattet und soll 2006 Gewinn machen. In zehn Jahren rechnet Hoenen für die Online-Tochter mit einem Prämienvolumen von 560 Millionen Mark. 1999 hat die gesamte Versicherungsgruppe gut 6,4 Milliarden Mark Beiträge verbucht.

Die zurückhaltende Einschätzung zu Huk 24 wird von einer Studie der Boston Consulting Group gestützt. Demnach sind Kunden mit dem Angebot von Versicherern im Internet überfordert. 95 Prozent aller Interessenten gehen den Unternehmen auf dem Weg zu einem Online-Abschluss verloren, bilanzierte Boston Consulting-Marktforscher Christopher Freese. Schuld daran seien zu komplizierte Internet-Auftritte, Misstrauen gegenüber Online-Datenerhebung oder fehlende Markenbekanntheit sowie fehlende Offline-Hilfe im Schadensfall.

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