Hundefutter-Test : Günstiges Standardfutter schneidet am besten ab

Hundefutter muss kein exklusives Festmahl sein. Im Gegenteil: Gerade Schlachtnebenprodukte sorgen dafür, dass ein Hundefutter das Haustier bestens versorgt. Aber welche Futter taugen? Das hat die Stiftung Warentest untersucht.

Mahlzeit. Nicht immer ist Qualität drin, wenn es auf der Hundefutter-Dose steht.
Mahlzeit. Nicht immer ist Qualität drin, wenn es auf der Hundefutter-Dose steht.Foto: Nestor Bachmann

Verheißungsvoll stehen sie im Regal: Auf den Hundefutterdosen und -schalen prangen Inhaltsangaben wie: „Basilikum“, „Amaranth“ oder „Schwarzkümmelöl“. Was nach einer exklusiven Speisekarte klingt, ist nur Werbung und bedeutet nicht automatisch, dass Hasso oder Strolchi damit auch bestens bedient sind. „Gerade bei solchen Futtern, die übermäßig kulinarisch klingen, sollte man vorsichtig sein“, sagt Nicole Merbach von der Stiftung Warentest.

Auf den Inhalt kommt es an

Die Stiftung hat in einem aktuellen Test untersucht, welche Alleinfutter für Hunde auch tatsächlich etwas taugen. In der aktuellen Untersuchung von 30 Feuchtfuttern stellten die Tester fest, dass gerade einmal die Hälfte der untersuchten Produkte auch als Alleinfutter geeignet ist. Der Grund: Es mangelt an Inhaltsstoffen. Bei rund der Hälfte der Produkte steckt zu wenig ernährungsphysiologisch Sinnvolles in der Dose. Berechnungsgrundlage des Tests war ein Durchschnittshund von 15 Kilo, der sich mäßig viel bewegt. „Testsieger sind eher günstige Standardfutter“, sagt Nicole Merbach. Acht der Produkte waren „sehr gut“ - am besten schneiden Netto ("Pablo Pastete mit Wild"), Rossmann ("Winston Schlemmertopf mit Wild") und Pedigree ("Pastete mit fünf Sorten Fleisch") ab. Mit dem günstigsten der drei Testsieger (Rossmann) kann man seinen Hund schon für etwa 1,23 Euro am Tag sehr gut ernähren.

Schlechte Nachrichten für Herrchen

Ein so genanntes Alleinfutter sollte Hunde mit allem Nötigen versorgen. Rund die Hälfte der getesteten Feuchtfutter ist dazu nicht geeignet. Daher verteilte die Stiftung unter den 30 Futtern 14mal die Note "mangelhaft". Schlecht schlossen im Test die vegetarischen Hundefutter ab. Das lag allerdings nach Angaben der Stiftung Warentest nur am Mangel an Zusatzstoffen. Vegetarisches oder Biofutter sei nicht per se schlechter als Alleinfutter geeignet. Ein vegetarisches Biofutter war trotz des happigen Preises von 6,40 für die Tagesration mangelhaft. In zwei Dosen mit Pferdefleisch fanden die Tester Kadmium, bei einem Produkt überschritt die Menge sogar den Grenzwert für Tierfutter.

Für Kiefer und Fell

Vitamine, Phosphor und Magnesium, ungesättigte Fettsäuren sind wichtige Elemente, die im Futter enthalten sein sollten. Hunde brauchen für den Knochenbau außerdem Kalzium - und zwar täglich durchschnittlich ein Gramm, dreimal so viel, wie ein Mensch braucht. Kalziummangel, so die Tester, kann Probleme beim Knochenkauen machen, wenn der Kiefer porös ist. Der Kuschelfaktor leidet wiederum, wenn Hunde zu wenig Linolsäure bekommen. Dann, so die Stiftung, könne das Fell struppig werden. 25 Gramm Eiweiß brauche der Modellhund außerdem pro Tag für Muskel- und Herzaktivität.

Wie man Mangelernährung erkennt 

Wenn das Fell struppig wird, der Hund einen eigenartigen Gang entwickelt oder häufig jaulend die Pfoten hinhält, kann es sich um die Folgen einer Mangelernährung handeln. „Genau sagen kann das ein Tierarzt. Den sollte man dann aufsuchen“, rät Testerin Merbach. „Auf die Zutatenliste ist wenig Verlass, denn dem Gesetz nach müssen die Hersteller die Inhaltsstoffe nicht ganz genau aufschlüsseln.“ Futter, die damit beworben werden, ganz auf Zusatzstoffe zu verzichten, seien eher kontraproduktiv. „Zum Beispiel bei Vitaminen muss man als Hersteller nachhelfen“, sagt Merbach. Auch die vom Menschen eher gemiedenen Schlachtnebenprodukte wie Leber, Innereien oder Pansen können das Hundefutter mit Nährstoffen anreichern. Nach Angaben der Stiftung Warentest sind die meisten Hunde ein Deutschland übergewichtig. Auch der steigende Absatz an Snacks für die Vierbeiner fördern diesen Trend.

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