Wirtschaft : Hunderte Gasversorger senken Preise Ab Januar dürften erste Tarife aber wieder steigen

Berlin - Mit dem Beginn der Heizperiode senkt mehr als ein Drittel der regionalen deutschen Gasversorger die Preise. Wie das Verbraucherportal Toptarif.de berechnet hat, werden 305 von 720 Versorgern ihre Tarife zum 1. Oktober beziehungsweise zum 1. November um durchschnittlich 8,2 Prozent drücken. 32 Versorger hatten bereits im September vorgelegt. Im Schnitt werde ein Musterhaushalt mit 20 000 Kilowattstunden Verbrauch im Jahr um knapp 200 Euro entlastet – vorausgesetzt, der Tarif würde ein Jahr lang stabil bleiben.

Regional sind die Unterschiede groß: Laut Toptarif dürfen sich Kunden der Stadtwerke im baden-württembergischen Waldkirch am glücklichsten schätzen. Dort fallen die Tarife um 24,1 Prozent oder 407 Euro aufs Jahr hochgerechnet. Nur 16 von bundesweit 720 Versorgern heben die Preise an – am stärksten die Stadt- und Überlandwerke GmbH Luckau-Lübbenau in Brandenburg: um 12,8 Prozent. Die Gasag, die rund 78 Prozent der Gaskunden in Berlin versorgt, liegt in dem aktuellen Vergleich im guten Mittelfeld. Sie will am Donnerstag zum vierten Mal in diesem Jahr die Preise senken – diesmal um 8,9 Prozent, wie Toptarif für einen Musterhaushalt errechnete. Das entspricht einer rechnerischen Ersparnis von 118 Euro.

Mit dieser Preissenkung dürfte bei den meisten Anbietern aber der Tiefpunkt erreicht sein. „Da sich der für den Gaspreis maßgebliche Ölpreis seit dem Frühjahr wieder stark verteuert hat, werden die Endkunden spätestens zum Jahreswechsel wieder mit flächendeckenden Preisanstiegen zwischen fünf und zehn Prozent konfrontiert werden“, sagte Thorsten Bohg, Energieexperte des Portals.

Die Berliner Gasag will sich offenbar noch etwas mehr Zeit lassen. Gasag-Vorstand Andreas Prohl hatte im Tagesspiegel-Interview gesagt, er erwarte, dass sein Unternehmen die Tarife mindestens bis April stabil halten wird. kph

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