Wirtschaft : Hunzinger lässt Effecten-Spiegel abblitzen Firmengründer lehnt Kaufangebot für die PR-Agentur ab

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(dr). Der Düsseldorfer EffectenSpiegel will das Kommunikations- und PR–Unternehmen Hunzinger Information AG übernehmen. Bolko Hoffmann, Herausgeber des „Effecten-Spiegel“, hält seit dem 27. August etwas mehr als 33 Prozent der Stimmrechte an der Hunzinger Information AG und muss nun den freien Aktionären ein Übernahmeangebot machen. Inzwischen soll Bolko Hoffmann sogar rund 40 Prozent der Aktien in seinen Besitz gebracht haben. Noch im Juni hatte der „Effecten-Spiegel“ seinen Rückzug von Hunzinger bekannt gegeben. Nun plant Bolko Hoffmann offenbar auch den Gründer Moritz Hunzinger aus dem Unternehmen zu drängen.

Der gibt sich gelassen. Er werde dem Angebot nicht zustimmen, erklärte Hunzinger und empfiehlt auch den anderen Privataktionären und dem Großaktionär, der Gewerkschaftsholding BGAG, das Angebot von Hoffmann abzulehnen. Hunzinger hält 19,5 Prozent an der AG und verweist im Übrigen auf seinen bis 2008 laufenden Vorstandsvertrag. Die BGAG hält elf Prozent. Auch sie wolle sich von ihren Anteilen nicht trennen, teilte die BGAG am Mittwoch mit.

Moritz Hunzinger gründete 1979 als 20-Jähriger die PR-Agentur. 1998 brachte er die Hunzinger Information AG an die Börse. Der Emissionspreis der Aktie betrug damals 110 D-Mark. Zu Hunzinger gehört unter anderem das Marktforschungsinstitut Infas sowie die Bildagentur Action Press. Der Umsatz des Konzerns erreichte im ersten Halbjahr 2003 rund acht Millionen Euro nach 8,6 Millionen Euro in der entsprechenden Vorjahreszeit. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Steuern betrug 634 000 (Vorjahr: 625 000) Euro. Unter dem Strich weist der Konzern für das erste Halbjahr einen leichten Verlust von 63Euro aus. Im Vorjahr machte die PR-Agentur noch 302000 Euro Gewinn.

Hunzinger ist eine der schillernsten Figuren unter den Lobbyisten und PR-Beratern. Sein Name wurde bundesweit bekannt, als im Jahre 2002 der damalige Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) über seine Verbindungen zu Hunzinger stürzte.

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