Wirtschaft : HVB-Group sieht sich fast am Ziel

-

Berlin - Ungeachtet aller personellen Querelen ist die Bayerische Hypo- und Vereinsbank (HVB Group) ihrem Ziel, im laufenden Jahr einen Gewinn von rund einer Milliarde Euro zu erwirtschaften, bereits nach neun Monaten nahe gekommen. Knapp eine Woche vor dem Abschluss der Fusion mit der italienischen Großbank Unicredito sagte Bankchef Dieter Rampl am Donnerstag bei der Vorlage der Neun-Monats-Zahlen in München: „In allen Bereichen des Kundengeschäft haben wir unsere Ertragskraft deutlich gestärkt. Wir liegen voll auf Zielkurs.“ Für Unicredito brachten die ersten neun Monate sogar ein Rekordergebnis.

An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Der Kurs der HVB-Aktie kletterte um 4,1 Prozent auf 25,15 Euro. Erheblich bessere Erträge im Bank- und Finanzgeschäft sowie eine deutliche Erholung des Inlandsgeschäfts ließen den Betriebsgewinn der HVB im dritten Quartal um 430 Millionen auf 676 Millionen Euro hochschnellen. Unter dem Strich machte das Institut in den ersten neun Monaten 890 Millionen Euro Gewinn und sieht seine Zielmarke von 1,1 Milliarden Euro für das Gesamtjahr in unmittelbarer Reichweite.

Die italienische Großbank Unicredito verbesserte ihren Nettogewinn um 28,4 Prozent auf fast 2,12 Milliarden Euro. Im dritten Quartal steigerte die Gruppe den Gewinn um 32,5 Prozent auf 676 Millionen Euro. Damit übertraf die Bank deutlich die Analysten-Prognosen.

HVB-Vorstandschef Rampl, der nach der Fusion mit der Unicredito den Aufsichtsratsvorsitz der neuen Großbank übernehmen wird, räumte bei der Präsentation ein, dass die Führungsquerelen eine Belastung für die Fusion seien. Privatkundenchefin Christine Licci und Investmentbanking-Vorstand Stefan Jentzsch hatten vor einer Woche überraschend ihren Rücktritt erklärt. Hintergrund sollen Streitigkeiten über ihre künftigen Kompetenzen gewesen sein. Gerade der Weggang von Firmenkunden- Vorstand Jentzsch, der im UnicreditoVorstand das Ressort „Corporates & Markets“ besetzen sollte, sei in dieser Phase des Zusammenschlusses ein Problem. Am Nachmittag befasste sich der Aufsichtsrat mit den Personalien, bestimmte aber keine Nachfolger für die beiden Vorstände. dr/dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben