Wirtschaft : HVB will Vorstand neu besetzen

Hypovereinsbank verfehlt Gewinnplanung knapp

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München Der Chef der Hypovereinsbank (HVB), Dieter Rampl, bereitet offenbar einen Umbau des Vorstands vor. Branchenkreisen zufolge geht es dabei um die Zukunft von Michael Mendel, der im HVB-Vorstand für die Privatkundengeschäft zuständig ist. Als mögliche Nachfolger ist Christine Licci im Gespräch, die Ende Mai überraschend ihren Posten als Chefin der Düsseldorfer Citibank Privatkunden AG geräumt hatte. Es sei aber noch nichts unterschriftsreif. Als gefährdet gilt auch Finanzvorstand Wolfgang Sprißler, dem Mängel im Controlling vorgeworfen werden. Ein HVB-Sprecher wollte die Personaldebatte nicht kommentieren.

Das Privatkundengeschäft von Deutschlands zweitgrösster Bank hat bislang nicht die gewünschten Fortschritte gemacht. Im vergangenen Jahr schrieb die Bank hier rote Zahlen. Mendel, bisher einer der Vertrauten von Konzernchef Rampl, ist bisher offenbar die Wende nicht gelungen. Die Citibank gilt in Deutschland als Vorbild für ein ertragsreiches Privatkundengeschäft. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der HVB-Aufsichtsrat in seiner Sitzung am nächsten Mittwoch schon über Vorstandsfragen entscheidet.

Zudem hat die Hypovereinsbank laut Branchenkreisen auch im zweiten Quartal ihre eigenen Ziele zum Teil verfehlt. Das Ergebnis sei zwar besser als im ersten Quartal, in dem die Bank 53 Millionen Euro verdient hatte. Die Prognose für das Jahr 2004 wird das Institut den Kreisen zufolge beibehalten. „Die eigenen Erwartungen hat die Bank zwar noch nicht ganz erfüllt, aber der Nettogewinn im zweiten liegt über dem ersten Quartal“, heißt es. Am 5. August veröffentlicht die Hypovereinsbank ihre Quartalszahlen. Die HVB-Aktie legte am Mittwoch um rund 2,3 Prozent zu und schloss bei 13,38 Euro. „Die anvisierten Veränderungen im Vorstand werden von den Marktteilnehmern offenbar positiv aufgenommen“, sagte Konrad Becker von Merck Fink & Co zu der Entwicklung des Aktienkurses. HB/chp/mbw

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