Hypo Real Estate : Der Bund nimmt die HRE von der Börse

Nach der geplanten vollständigen Übernahme der Hypo Real Estate (HRE) durch den Staat soll der Immobilienfinanzierer rasch vom Kurszettel an der Börse verschwinden.

Frankfurt am Main -  Mittelfristig will der Bund die Bank dann aber wieder in den Markt zurückführen, erklärte Hannes Rehm, Chef des staatlichen Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin), im Gespräch mit dem „Handelsblatt“. Weitere juristische Auseinandersetzungen mit bereits klagenden Altaktionären nimmt Rehm in Kauf, deutet aber Lösungsmöglichkeiten an. Es gelte, bei der späteren Rückkehr an die Börse Wege zu finden, Altaktionäre fair zu behandeln: „Ich sage dies mit Blick auf das jetzt in der öffentlichen Diskussion stehende Rückkaufsrecht der Aktionäre.“

Der Soffin wurde im Oktober 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise gegründet. Mit insgesamt 480 Milliarden Euro an staatlichen Mitteln für Kapitalspritzen und Garantien wurden notleidende Banken stabilisiert, darunter die Commerzbank und die HRE. Allein die HRE wurde mit rund 100 Milliarden Euro abgesichert.

Parallel dazu erwarb der Bund die Mehrheit an der Immobilienbank und strebt nun das Herausdrängen der letzten Aktionäre auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 5. Oktober an. Rehm ist sich dabei der rechtlichen Risiken bewusst. „Klagen bis zum Verfassungsgericht sind durchaus möglich.“ Vor allem institutionelle Anleger wollen Schadensersatz. Sie werfen der HRE vor, im vergangenen Jahr zu spät auf die Belastungen durch die Finanzkrise hingewiesen zu haben. Die HRE hatte wiederholt beteuert, von der Finanzkrise nicht betroffen zu sein. Nach Expertenschätzungen sind derzeit Schadensersatzklagen in Höhe von mehr als 300 Millionen Euro anhängig. HB

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