Hypo Real Estate : Krisenbank steckt tief in den roten Zahlen

Die HRE hat auch in den ersten drei Monaten 2009 hohe Verluste verbucht. Der Bund arbeitet derweil weiter an der Übernahme der maroden Bank - sein Anteil an der HRE ist inzwischen auf mindestens 40 Prozent gestiegen.

Thomas Magenheim

München - Die Krisenbank Hypo Real Estate (HRE) hat auch im Auftaktquartal 2009 hohe Verluste verbucht. Vor Steuern lag das Institut mit 406 Millionen Euro in den roten Zahlen, wie HRE-Chef Axel Wieandt am Dienstag in München mitteilte. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum war noch 190 Millionen Euro Gewinn angefallen. Unterdessen hat der Bund seinen Anteil an der HRE auf mindestens 40 Prozent erhöht und kann jetzt hoffen, die Bank auch ohne die umstrittene Enteignung zu verstaatlichen.

Das endgültige Ergebnis des Übernahmeangebots, das in der Nacht zum Dienstag ausgelaufen ist, will der Bankenrettungsfonds Soffin erst am Donnerstag veröffentlichen. Auf der Hauptversammlung im Juni genügt eine einfache Mehrheit des anwesenden Grundkapitals, damit der Bund eine Kapitalerhöhung durchsetzen und US-Investor Christopher Flowers und die übrigen Aktionäre gegen Abfindung herausdrängen kann.

Die HRE ist in allen Geschäftsbereichen von Immobilien bis Wertpapieren belastet. Das drückt die Kernkapitalquote, die als Maß für finanzielle Stabilität gilt, mit 3,5 Prozent unter das gesetzliche Minimum von vier Prozent. Damit müsste die Pfandbriefbank eigentlich von der Bankenaufsicht geschlossen werden. Das aber will der Bund verhindern.

Anfang Juni will der Bund das Kapital der HRE auf Kosten des Steuerzahlers um bis zu 5,6 Milliarden Euro erhöhen und damit das Fundament stärken. Über Kredite und Garantien stützen Bund und andere Finanzinstitute die HRE bereits mit über 100 Milliarden Euro. Die Zinsen dafür führten bei der Bank im ersten Quartal zu neuen Verlusten. Ihr Neugeschäft – und damit die Möglichkeit, neue Gewinne zu erwirtschaften – bleibt schwach, weil das Institut noch nicht gerettet ist und Geschäftspartner vorerst auf Distanz bleiben.

Bei ihrer Neuausrichtung mache die Bank aber gute Fortschritte, betonte Wieandt. Ziel ist de facto eine Halbierung der HRE. Bis Ende März wurde die Bilanzsumme, die als Anhaltspunkt für die Größe dient, aber erst um acht auf 411 Milliarden Euro reduziert. Die Zahl der Beschäftigten sank im ersten Quartal um gut 100 auf 1656. Rund 650 weitere Stellen sollen noch gestrichen werden. tmh

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