Wirtschaft : Hypo-Vereinsbank informiert Aktionäre über mögliche Fusion

Eine Entscheidung ist aber noch nicht absehbar

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München (cbu/HB). Die HypoVereinsbank (HVB) führt derzeit Gespräche mit möglichen Partnern über eine Fusion oder ein anders geartetes Zusammengehen. Das teilte Deutschlands zweitgrößtes Kreditinstitut im Verkaufsprospekt für die anstehende Kapitalerhöhung mit. Diese Gespräche hätten aber noch kein Stadium erreicht, „in dem aus Sicht der HVB mit einer Entscheidung für eine Fusion oder eine ’Business Combination’ zu rechnen ist“, hieß es in dem Prospekt, der am Montag veröffentlicht wurde.

Zuletzt war immer wieder über einen Zusammenschluss der HVB mit der Commerzbank oder über eine Zusammenfassung des Privatkundengeschäftes der deutschen Geschäftsbanken spekuliert worden. Auch ausländische Konzerne könnten Interesse an einem Einstieg haben. Es sei derzeit offen, ob sich die HVB an der Konsolidierung überhaupt beteiligen werde, heißt es weiter. Der Konzern wolle aber eine „aktive Rolle“ spielen. Gleichzeitig wird aber darauf verwiesen, dass Fusionen zu einer erheblichen Verschärfung des Wettbewerbs führen könnten.

Der 468 Seiten starke Prospekt zur Kapitalerhöhung nennt zudem eine ganze Reihe von Risiken für die HVB. So wird unter anderem darauf hingewiesen, dass die Risikovorsorge für das Kreditgeschäft unerwartet stark steigen könnte, insbesondere wenn es zu großen Insolvenzen komme. Derzeit kalkuliert der Konzern mit einer Risikovorsorge von 1,9 bis 2,1 Milliarden Euro für 2004. Insgesamt hat die HVB derzeit ein Kreditvolumen von 338 Milliarden Euro in den Büchern. Damit gehört die Bank noch immer zu den größten Kreditgebern in Europa. Auch im deutschen Privatkundengeschäft, einer der wichtigsten Bereiche, gab es zuletzt rote Zahlen. Die Kapitalerhöhung soll knapp drei Milliarden Euro in die HVB-Kassen spülen. Angesichts der schwachen Börsenverfassung wurde der Ausgabekurs mit 14 Euro am unteren Ende festgelegt. Das Angebot läuft von heute bis zum 5. April. Das Emissionskonsortium erhält eine Vergütung von rund 60 Millionen Euro.

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