Wirtschaft : Hypo-Vereinsbank setzt auf „blühende Landschaften“

Stefan Kaiser

Berlin - Die Hypo-Vereinsbank (HVB) sieht einen starken Aufschwung bei den ostdeutschen Unternehmen. „Die blühenden Landschaften, die Helmut Kohl einst vorhergesagt hat, entwickeln sich jetzt“, sagte Stefan Schmittmann, Firmenkundenchef der HVB, dem Tagesspiegel. Besonders in Sachsen, Thüringen und rund um Berlin sei der Aufschwung zu beobachten, erklärte Schmittmann. Die Bank selbst habe im Firmenkundengeschäft ein besonders starkes Wachstum im Osten. „Unsere Niederlassungen in Berlin und Dresden waren im vergangenen Jahr die erfolgreichsten in ganz Deutschland“, sagte der Bank-Vorstand. „Wir merken, dass die Unternehmen jetzt wieder investieren.“

Die in München ansässige HVB gehört seit 2005 zur italienischen Unicredit-Gruppe. Mit rund 70 000 Firmenkunden zählt die HVB zu den größten Mittelstandsfinanzierern unter den deutschen Geschäftsbanken. Sie gilt zudem als ein Anwärter für den Kauf der Landesbank Berlin (LBB), zu der auch die Berliner Sparkasse und die Berlin Hyp gehören.

Den verstärkten Wettbewerb der Banken um mittelständische Kunden, der sich in besonders günstigen Kreditkonditionen äußert, sieht Schmittmann mit Sorge. „Die Margen sind momentan unvernünftig niedrig“, sagte der Banker. Viele Geschäfte rechneten sich ökonomisch nicht. Die HVB setze deshalb auch auf Dienstleistungen, um die schwachen Margen im Kreditgeschäft auszugleichen.

Solange die Konjunktur läuft, sieht Schmittmann den Mittelstand zwar gut mit Krediten versorgt. Er warnte aber vor einem Ende des Interesses der Banken für den Mittelstand. „Im nächsten Abschwung werden alle gleichzeitig zum Ausgang laufen – und dann gibt es ja bekanntlich eine Verstopfung.“ Einige Institute würden sich dann wieder aus dem Geschäft zurückziehen und die Margen würden wieder steigen, erwartet Schmittmann. „Das von vielen neu entdeckte Herz für den Mittelstand wird dann wieder erkalten.“

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