Wirtschaft : Hypo-Vereinsbank spart weiter Personal ein

Tausende Stellen offenbar in Gefahr

Nicole Huss

München - Die Hinweise auf einen Personalabbau in größerem Umfang bei dem zweitgrößten deutschen Kreditinstitut Hypo-Vereinsbank (HVB) verdichten sich. Branchenkreise bestätigten am Freitag, dass die HVB eine „kleine bis mittlere vierstellige Zahl“ an Stellen abbauen und rund 300 Millionen Euro einsparen will, um ihre Kosten in den Griff zu bekommen und das angeschlagene Deutschlandgeschäft in die schwarzen Zahlen zu bringen. Das „Manager Magazin“ hatte zuvor berichtet, die HVB wolle bis Ende 2006 rund 2000 Arbeitsplätze im Konzern abbauen.

Eine Konzernsprecherin wollte sich nicht zu den Spekulationen äußern. Sie verwies auf die Aussagen, die Bankchef Dieter Rampl Anfang November gemacht hatte. Rampl hatte gesagt, die Bank erarbeite einen Restrukturierungsplan, der im Detail Anfang 2005 präsentiert werden soll. Er wolle diesen aber nicht als reines Sparpaket verstanden wissen. Rampl zufolge wird der Großteil der Einsparungen auf das Deutschlandgeschäft entfallen. Im dritten Quartal wies das Segment beim Betriebsergebnis ein Minus von 21 Millionen Euro aus. In den ersten neun Monaten erzielte der Bereich zwar ein Plus von 67 Millionen Euro. Darin war aber der Verkauf der Bethmann Maffei Bank enthalten, der der HVB 56 Millionen Euro einbrachte. Rampl zufolge geht es bei dem Plan nicht um Einsparungen an der Kundenfront, sondern eher um Prozesse im Back-Office, wie etwa die Auslagerung von IT. Nach Informationen des Handelsblatt könnte im Back-Office jede fünfte der deutschlandweit rund 14000 Stellen wegfallen.

Das Privatkundengeschäft der HVB leidet unter zu geringen Erträgen und einem schwachen Neugeschäft. Zudem drücken alte Risiken aus privaten Immobilien-Finanzierungen auf das Ergebnis. Analyst Konrad Becker vom Bankhaus Merck Finck sagte dem Tagesspiegel, die geplanten Einsparungen könnten nur einer von mehreren Schritten sein. Ein Sparpaket könne zwar das Privatkundengeschäft wieder ins Plus bringen, die Immobilien-Probleme aber nicht lösen. "Kosten sparen allein hilft der HVB nicht viel weiter", ist er überzeugt.

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