Wirtschaft : Hypo-Vereinsbank verliert Vorstand

Eineinhalb Jahre vor dem Abtritt von Hypo-Vereinsbank-Chef Albrecht Schmidt hat die Nachfolgediskussion neuen Auftrieb erhalten. Privatkunden-Vorstand Eberhard Rauch, der lange als potenzieller Nachfolger galt, erklärte am Donnerstag seinen Abschied zum Jahresende. In einer neuen, übergeordneten Managementebene war für ihn kein Platz.

Angesichts massiver Gewinnrückgänge, unter denen wegen der schwachen Konjunktur und der Talfahrt der Börsen die gesamte deutsche Bankenlandschaft steht, verordnete Schmidt der Bank vor wenigen Wochen einen Umbau an der Führungsspitze. Er und fünf Kollegen führen künftig einen virtuellen Holding-Vorstand, an den die übrigen fünf Vorstandsmitglieder berichten müssen, obwohl sie ihnen formal gleichgestellt sind. Schmidt verspricht sich davon eine straffere Führung.

Auch wenn es die Bank nicht gerne hörte, waren Rauch und seine Kollegen de facto fortan Vorstände zweiter Klasse. Rauch wurde zudem ein Teil seiner Kompetenzen entzogen. Mit seinem Rücktritt zog er die Konsequenzen. "Das ist eine noble Geste", heißt es in Unternehmenskreisen. Denn Rauch hat weiter durchaus einen guten Ruf. Er gilt als IT-Profi. Für die Probleme im Privatkundengeschäft wird er intern nicht verantwortlich gemacht, da er die Verantwortung für den Bereich erst im Sommer übernahm. "Schmidt hätte Rauch behalten", heißt es bei der Hypo-Vereinsbank. In der ersten Reihe allerdings war kein Platz für den Manager, der im persönlichen Umgang als nicht unkompliziert gilt. Zudem soll ihm auch vorgeworfen worden sein, zu früh Ansprüche auf die Schmidt-Nachfolge erhoben zu haben.

Hypo-Vereinsbank-Aufsichtsratschef Kurt Viermetz sagte: "Es verdient unseren Respekt, dass Herr Rauch vor dem Hintergrund der Veränderungen in der Führungsstruktur der HVB seine Person hinter die Interessen der Bank gestellt hat." Schmidt erklärte, Rauch habe bei der Entwicklung der HypoVereinsbank zu einer international agierenden Gruppe wesentliche Beiträge geleistet.

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