Wirtschaft : Hypothekenbanken: Großbanken erwägen offenbar Bündelung

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Über eine Idee sind die Überlegungen bislang zwar nicht hinaus gekommen. Doch in den Vorstandsetagen von Deutscher, Dresdner und Commerzbank erkennen die Manager schon einen gewissen Reiz, das jeweilige Hypothekenbankgeschäft mit einem Partner zusammenzulegen. Auch beim künftigen Dresdner Bank-Eigentümer Allianz dürfte es Interesse geben. Denn diese Sparte zählt nicht zu den Kernaktivitäten des künftigen Allfinanz-Konzerns. Mit einer Bündelung der Aktivitäten könnte auch nach Ansicht von Analysten das wenig renditestarke, oft mit Problemobjekten befrachtete Hypothekengeschäft auf eine breite Basis gestellt und die Abwicklungs- und Refinanzierungskosten gedrückt werden. Die Gründung eines neuen Instituts mit einer Bilanzsumme von 250 Milliarden Euro aber steht noch in den Sternen.

Konkret bestätigt das Nachdenken über solche Ideen ohnehin nur die Commerzbank. "Es gibt allererste Kontakte, aber keinerlei konkrete Gespräche oder gar Verhandlungen", sagt Pressesprecher Stefan Rohberg. Deutsche und Dresdner Bank kommentieren die Gerüchte offiziell nicht. Allerdings hat Dresdner Bank-Vorstandssprecher Bernd Fahrholz schon mehrfach darauf hingewiesen, dass er sich Veränderungen auch im Hypothekenbank- und Immobiliengeschäft vorbehält. Die Dresdner Bank war ohnehin schon im vergangenen Jahr zum Handeln gezwungen, nachdem bei der Tochtergesellschaft Deutsche Hyp wegen akuter Probleme bei Objekten in Ostdeutschland ein Rückstellungsbedarf von rund 500 Millionen Euro aufgelaufen war. Mehrere Vorstandsmitglieder mussten ihren Hut nehmen. Um auch diese Löcher zu stopfen, verkaufte die Dresdner Bank Anteile an der Münchener Rückversicherung. Bei Commerzbank und Deutscher Bank gibt es dagegen keinen aktuellen Druck im Immobiliengeschäft, auch wenn man sich dort bessere Ergebnisse wünschen würde.

Bank-Analysten wie Dieter Hein von Credit Lyonnais erachten eine Zusammenfassung des Hypothekenbank-Geschäftes der drei Großbanken als sinnvollen Schritt. "Sie haben jeder für sich in Deutschland relativ geringe Marktanteile und sehen sich öffentlich-rechtlichen Wettbewerbern gegenüber, die ihren Kunden aufgrund des staatlichen Rückhaltes bessere Konditionen bieten können. Insofern wären größere Einheiten gut."

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