Wirtschaft : Hyundai rebelliert gegen Partner Daimler Koreaner verlangen Auflösung eines Joint-Ventures in China

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(bas/hz/HB). Der koreanische Autokonzern Hyundai hat überraschend gegen das PKWBündnis seines Partners Daimler-Chrysler in China rebelliert. Die Koreaner forderten den chinesischen Kooperationspartner Beijing Automotive Industry Holding Company (BAIC) auf, dessen erst jüngst mit Daimler geschlossenes Joint-Venture wieder aufzulösen. Die von Daimler-Chrysler und BAIC getroffene Absichtserklärung breche die eigene, im April 2002 getroffene Vereinbarung mit den Chinesen, sagte ein Hyundai-Sprecher. Diese Allianz lasse keine weiteren Pkw-Bündnisse zu. Rechtliche Schritte seien aber nicht geplant. Ein Daimler-Chrysler-Sprecher wollte keinen Kommentar abgeben.

Daimler ist mit 10,5 Prozent an Hyundai beteiligt und besitzt eine Option, seine Anteile auf 15,5 Prozent aufzustocken. Die Stuttgarter hatten erst im September in China zur Aufholjagd angesetzt und nach langen Verhandlungen ein Rahmenabkommen mit BAIC getroffen. Danach will Daimler rund eine Milliarde Euro in das Joint Venture investieren, das bis zum Jahr 2012 eine Kapazität von 25000 Fahrzeugen der E- und der C-Klasse aufbauen soll. Daimler-Chef Jürgen Schrempp sprach damals von einem „historischen Moment“ und einem wichtigen Schritt in der Asien-Strategie seines Unternehmens. Daimler-Chrysler kooperiert bereits seit knapp 20 Jahren mit BAIC.

Analysten bewerteten den Angriff von Hyundai als Rückschlag für die Stuttgarter. Pikant sei der Konflikt auch vor dem Hintergrund, dass Daimler und Hyundai eng verzahnt seien. Erst vor wenigen Monaten hatten Hyundai, Mitsubishi und Daimler-Chrysler eine Allianz zum Bau eines „Welt-Motors“ für Mitsubishi-, Hyundai- und Chrysler-Fahrzeuge gegründet. Außerdem steht Daimler kurz vor dem Start eines Nutzfahrzeuge-Joint-Ventures mit Hyundai in Korea.

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