Wirtschaft : IAA: Opel kommt mit "Olympia" nicht voran

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Als einer der ganz wenigen Automanager geizte Carl-Peter Forster am Dienstag bei seiner Pressekonferenz auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) mit aktuellen Absatzzahlen. Er weiß warum. Von Rekorden ist bei Opel nichts zu sehen. Der Vorstandschef des deutschen Ablegers von General Motors (GM) hat derzeit andere Sorgen. Und die heißen "Olympia".

Bis Ende September wollte Forster die Details des Sanierungsprogramms für das angeschlagene Traditionsunternehmen auf den Tisch legen. Daraus wird nichts: Die Verhandlungen mit den Arbeitnehmern gestalten sich langwierig, die Abstimmung mit den Händlern ist problematisch und die Suche nach Partnern für die Fertigung von Achsen oder Motoren nicht einfach, wie Forster Runde einräumt. Vor Mitte / Ende Oktober würden die Details des Programms "Olympia" nicht festgezurrt sein.

Dies könne auch deshalb nicht sein, weil man kurz vor dem Quartalsbericht von GM, der zwischen dem 15. und 20. Oktober veröffentlicht werden soll, diese Details nicht präsentieren könne. Aber dies ist nur ein Teil der Wahrheit. Auch wenn sich Foster mit den Arbeitnehmervertretern geeinigt hat, dass im Zuge der Sanierung kein Werk geschlossen wird und er auch die "absolut konstruktiven Vorschläge" der Arbeitnehmerseite lobt, kommen die Gespräche nur mühsam voran. Der starke Betriebsrat von Opel und GM Europe will errungene Vorteile so leicht nicht aus der Hand geben. Unklar ist auch, wie viele Arbeitsplätze letztlich abgebaut werden. Zahlen von 5000 oder 6000 bestätigt Forster nicht, er spricht lediglich von einer vierstelligen Zahl. Auch die Berechnungsgrundlage für einen möglichen Abbau ist unklar. Installiert haben Opel und GM in Europa Fabriken für die Produktion von 2,1 Millionen Autos pro Jahr. Genutzt werden derzeit aber von den rund 85 000 Mitarbeitern nur Anlagen für 1,85 Millionen. Bezieht sich die geplante Reduzierung von 350 000 Einheiten auf die installierte Kapazität, müssten nur etwa 1500 bis 2000 Jobs gestrichen werden. Schließlich haben nach Angaben von Fertigungsvorstand Ditmar Porth zahlreiche Firmen ihr Interesse an einer Zusammenarbeit angemeldet. Forster will die Fertigung von Achsen, Motoren und anderen Teilen in Joint Ventures auslagern oder ganz verkaufen. Konkrete Verhandlungen werden aber erst aufgenommen, wenn die Betriebsräte möglichen Partner zugestimmt haben. Vor Oktober wird auch das nicht der Fall sein.

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