IAA : Signale von der Autoschau

Deutsche Hersteller hoffen auf Impulse der IAA für die Nachfrage. BMW klagt gegen mutmaßliche chinesische Plagiate.

Rolf Obertreis
IAA Foto: dpa
Vorgestellt: Der Renault Sandero. -Foto: dpa

Frankfurt am Main - Zum Start der Automesse IAA in Frankfurt kommt in der Branche neue Hoffnung auf. Nach einer Umfrage des „Handelsblatts“ unter den Chefs der führenden deutschen Hersteller erwarten die Konzerne von der am Donnerstag beginnenden weltgrößten Autoschau Absatzimpulse für den schwachen Inlandsmarkt – und ein Signal für den Umweltschutz. Die Spitzenmanager bauen darauf, dass die Messe den Knoten sprengt. „Vor allem für den nach wie vor schwierigen deutschen Markt erwarten wir deutliche Impulse“, sagte BMW- Chef Norbert Reithofer dem „Handelsblatt“. Auch Daimler-Boss Dieter Zetsche stößt in dieses Horn: „Die Messe ist die größte Automobilmesse der Welt und hat mit dem Produktfeuerwerk einen besonderen Abstrahleffekt, insbesondere auf den deutschen Markt.“

Noch hat die Konjunktur in Deutschland den Automarkt nicht erfasst. Die Neuzulassungen liegen um acht Prozent unter dem Vorjahreswert. Doch Matthias Wissmann, Präsident des Branchenverbandes VDA, sieht hoffnungsvolle Signale. Im August sei die Abschwächung der Nachfrage nicht mehr so stark gewesen. Wissmann setzt darauf, dass die Deutschen mit steigenden Reallöhnen und bei unverändert robuster Konjunktur auch wieder mehr neue Autos kaufen. Im Laufe dieses Jahres hatte der VDA seine Prognose für die Neuzulassungen in diesem Jahr von 3,4 auf nur noch 3,2 Millionen Fahrzeuge senken müssen.

Ein Grund für Wissmanns Optimismus liegt darin, dass sich die Zahl der Aussteller auf der IAA in den vergangenen Tagen noch um 50 auf genau 1081 erhöht hat und die Resonanz damit größer ist als bei der vergangenen IAA vor zwei Jahren. Rund 15 000 Journalisten aus 90 Ländern werden am Dienstag und Mittwoch zu den Pressetagen erwartet, bevor die IAA am Donnerstag offiziell von Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet wird.

Wissmann versicherte einmal mehr, dass sich die deutschen Hersteller den Problemen beim Klima- und Umweltschutz stellen. „Wir bemühen uns, die Herausforderungen anzunehmen und sie nicht abzuwehren.“ Bei der Förderung von Biokraftstoffen werde man aber alles tun, um nicht in eine ökologische Falle zu tappen. Wissmann will dort bremsen, wo durch Biokraftstoffe Konkurrenz für die Nahrungskette aufkommt oder tropische Regenwälder vernichtet werden. Der VDA-Präsident verwies mit Blick auf die Klimaanstrengungen auch auf die gemeinsame Anzeigenkampagne deutscher Hersteller, bei der Modelle verschiedener Firmen auf die Kompetenz der Firmen hinweisen sollen. Wissmann betonte erneut, dass er das Gespräch mit Umweltverbänden und Kritikern offensiv suche. „Wir haben uns von ideologischen Grabenkämpfen verabschiedet und suchen nach effizienten Lösungen, die wirtschaftlich und ökologisch vertretbar und sinnvoll sind.“

Der IAA droht möglicherweise ein Konflikt mit einem chinesischen Hersteller. Die Firma will einen Geländewagen namens CEO zeigen, der nach Ansicht von BMW ein Plagiat des BMW X5 ist. Die Münchner haben bereits Klage angekündigt. Sollten Anwälte auf der IAA einen Gerichtsbeschluss gegen das angebliche Plagiat erstreiten, wird das Modell nach Angaben des VDA aus den Messehallen verbannt. Wissmann warnte allerdings davor, die chinesischen Automobilhersteller pauschal zu verurteilen. China CAD Automobile wies die Plagiatsvorwürfe gegen den knapp 26 000 Euro teuren CEO zurück. Der mit Spannung erwartete Auftritt auf der IAA werde wie geplant stattfinden, sagte Geschäftsführer Karl Schlössl. mit HB

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