IBB-Studie für Berlin : Viele Gründungen in Zukunftsbranchen

Die Investitionsbank Berlin hat ermittelt, dass fast jede dritte Berliner Gründung in einem der fünf Zukunftsfelder erfolgt. Wirtschaftssenatorin Yzer will die positive Entwicklung fördern.

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Berlin investiert in die Zukunft: zum Beispiel im Wissenschafts- und Technologiepark in Adlershof.
Berlin investiert in die Zukunft: zum Beispiel im Wissenschafts- und Technologiepark in Adlershof.Foto: Imago

Immer wieder gern wird Berlin als Hauptstadt der Gründer tituliert. Doch oft fehlen Zahlen, um zu belegen, dass es sich dabei tatsächlich um die Gründung innovativer Unternehmen handelt. Die Investitionsbank Berlin (IBB) hat jetzt eine Studie vorgelegt mit dem Ergebnis, dass inzwischen fast jede dritte Berliner Gründung in einem der fünf Zukunftsfelder erfolgt. Bis zum Jahr 2020 ergibt sich nach Hochrechnungen der IBB sogar „ein Potenzial von mindestens 17 000 zusätzlichen Start-ups“.

Der Senat hat fünf Zukunftsfelder definiert

Als Zukunftsfelder hat der Senat Bereiche definiert, in denen er in technologischer, wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Hinsicht besonders große Wachstumschancen sieht. Namentlich sind das die Informations- und Kommunikationstechnik (IKT), Medien und Kreativwirtschaft, die Gesundheitswirtschaft, dann Verkehr, Mobilität und Logistik, die Energietechnik sowie Optische Technologien und Mikrosystemtechnik.

Von den rund 8900 Betrieben, die im Jahr 2012 gegründet wurden, starteten nach Angaben der IBB allein 2600 in einem dieser fünf Zukunftsfelder. Neuere Zahlen als von 2012 liegen demnach nicht vor.

Gesamtwirtschaftlich betrachtet muss Berlin noch viel aufholen

Die Zahlen zeigen: Jede dritte Betriebsgründung in Berlin kommt aus den Zukunftsfeldern.
Die Zahlen zeigen: Jede dritte Betriebsgründung in Berlin kommt aus den Zukunftsfeldern.Grafik: Anna Schmidt

Die IBB-Volkswirte haben auf Grundlage der amtlichen Statistik auch berechnet, dass vor allem die besonders innovativen Kernbereiche der Zukunftsfelder mit 79 Gründungen pro 10 000 Beschäftigte besonders häufig gründen. Damit liege Berlin in Deutschland an der Spitze vor München mit 52 Gründungen pro 10.000 Beschäftigte, Frankfurt am Main mit 38, Hamburg mit 35 und Köln mit 32. Schließlich zahlten sich Gründungen in den Zukunftsfeldern auch besonders aus: So liege der Umsatz pro Beschäftigtem hier mit gut 231.000 Euro im Vergleich zur Berliner Gesamtwirtschaft um 45 Prozent höher. Allerdings weist die IBB auch darauf hin, dass die Zahlen nicht darüber hinwegtäuschen dürfen, „dass die Berliner Wirtschaft immer noch einen weiten Weg vor sich hat, bis sie an die Wirtschaftskraft anderer Metropolen anschließen kann“.

Yzer will den Wagniskapitalzuschuss von der Ertragsteuer befreien

In einem Kommentar zur IBB-Studie kündigte Berlins Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) an, Impulse setzen zu wollen, um die positive Entwicklung weiter zu unterstützen.

So werde sie sich auf Bundesebene dafür einsetzen, „den Investitionszuschuss Wagniskapital, mit dem private Investoren 20 Prozent ihrer Investition in junge Unternehmen erstattet bekommen, von der Ertragsbesteuerung zu befreien und die Rahmenbedingungen für Wagniskapital insgesamt zu verbessern“.

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