Wirtschaft : IBM gewinnt Marktanteile

Analysten geben dem Computerkonzern gute Noten

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München (ruk/HB). IBMChef Samuel J. Palmisano, seit einem Jahr an der Spitze des weltweit größten Anbieters von Informationstechnik, ist zufrieden. Trotz einer anhaltend schwierigen Situation sei es gelungen, das Quartal mit guten Zahlen abzuschließen und weiter Marktanteile zu gewinnen.

Der Computerkonzern mit Sitz in Armonk im US-Bundesstaat New York steigerte nach eigenen Angaben im ersten Quartal den Umsatz gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um elf Prozent auf 20,1 Milliarden Dollar. Währungsbereinigt lag das Umsatzwachstum bei vier Prozent. Die Analysten an der Wall Street hatten mit 19,9 Milliarden Dollar gerechnet. Zum erreichten Quartalswachstum trugen als wesentlicher Faktor die Übernahme von Rational Software und der Consulting-Sparte des Wirtschaftsprüfers Pricewaterhouse Coopers und der damit verbundene weitere Ausbau der Geschäftsbereiche Software und Services bei. Zusätzlich gelang es IBM nach eigenen Angaben, die Kosten weiter zu senken. So hatte IBM im vergangenen Jahr seine Festplatten-Laufwerkssparte an Hitachi verkauft.

In den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres konnte IBM einen Gewinn von 1,4 (entsprechende Vorjahreszeit 1,2) Milliarden Dollar oder 79 (68) Cent pro Aktie erzielen. Das entsprach einer Gewinnsteigerung von 16 Prozent. Die Analysten hatten nach einer Umfrage von Firstcall mit einem Gewinn von 80 Cent je Aktie gerechnet. Doch man sei wegen der schwierigen Zeiten nicht enttäuscht, sagte Toni Sacconahgi von Sanford C. Bernstein dem „Wall Street Journal“. Laura Coniglario von Goldman Sachs erklärte, IBM mache derzeit mehr Fortschritte als andere IT-Firmen.

Nach Wirtschaftsregionen gegliedert steigerte IBM seinen Umsatz in Nord- und Südamerika um fünf Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar. Im Raum Europa, Mittlerer Osten und Afrika legte der Konzern um 23 Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar zu. Klammert man die Wechselkursveränderungen durch den schwächeren Dollar aus, dann stieg der Umsatz in dieser Wirtschaftsregion nur um drei Prozent. In Asien konnte IBM den Umsatz um 14 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar erhöhen. Wichtigster Wachstumsbringer war dabei der Geschäftsbereich IBM Global Services, der Beratung und Computerdienstleistung anbietet.

Allein im ersten Quartal konnten nach Angaben aus Armonk neue Aufträge in Höhe von zwölf Milliarden Dollar hereingeholt werden. Mit einer Umsatzsteigerung von 24 Prozent auf 12,2 Milliarden Dollar sorgte dieser Bereich für mehr als die Hälfte des gesamten Umsatzes von IBM. Der Softwareumsatz legte um acht Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar zu.

Rückläufig waren dagegen die Geschäftsbereiche Hardware (minus ein Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar) und Mikroelektronik. Der Verkauf von Computern schrumpfte, weil Kunden Aufträge der Informationstechnologie derzeit zurückstellen. Außerdem drückte die erwartete Einführung einer neuen Großcomputerserie das Geschäft. Der Absatz von Serverrechnern im mittleren Leistungsbereich konnte zulegen, während der PC-Sektor im Gegensatz zum Vorjahr in die roten Zahlen rutschte.

Zum gerade begonnenen zweiten Quartal wollte Finanzchef John Joyce keine Angaben machen. Im gesamten Geschäftsjahr 2003 wolle man die Analystenschätzungen für Gewinn und Umsatz erreichen. Die von Thomson Financial beauftragten Analysten erwarten in diesem Jahr einen Gewinn von 4,32 Dollar je Aktie und einen Umsatz von 87,8 Milliarden Dollar.

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