Wirtschaft : IBM-Manager wechselt zur Telekom Personalveränderungen auch bei T-Online

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Berlin Die Deutsche Telekom hat einen neuen Vorstand für das wichtige Festnetzgeschäft. Walter Raizner, bisher Deutschlandchef des Computerkonzerns IBM, soll zum 1. November den vakanten Posten des T-Com-Chefs besetzen. Das beschloss der Aufsichtsrat am Freitag. Mit der neuen Konzernstruktur, die bis zum Ende des Jahres 2005 bei der Deutschen Telekom umgesetzt werden soll, verantwortet der 50-Jährige dann im Vorstand nicht nur das Festnetzgeschäft, sondern auch das Internetgeschäft von T-Online.

T-Online-Chef Thomas Holtrop, der bisher zugleich einen Vorstandsposten im Telekom-Vorstand inne hatte, verlässt den Konzern – aus persönlichen Gründen, wie es heißt. Holtrop hatte sich Hoffnungen auf den Posten gemacht, den nun Raizner übernimmt. Als neuer T-Online-Chef soll dem Aufsichtsrat an diesem Sonnabend der bisherige Finanzchef des Unternehmens, Rainer Beaujean (35), vorgeschlagen werden.

Das Festnetz ist nach wie vor der wichtigste Umsatz- und Ergebnislieferant im Konzern. Gleichzeitig arbeitet T-Com in einem schwierigen Umfeld: ihr macht nicht nur der Wettbewerb zu schaffen, sondern auch die Entscheidungen der Regulierungsbehörde. Zuletzt hatte es auch innerhalb des Konzerns Reibungsverluste gegeben, weil T-Com und T-Online sich teilweise gegenseitig Konkurrenz gemacht haben. Mit der neuen Konzernstruktur soll das nun anders werden.

„Wir haben mit Walter Raizner eine überzeugende personelle Lösung zur Wahrnehmung dieser umfassenden unternehmerischen Aufgabe gefunden“, sagte Telekom-Aufsichtsrats-Chef Klaus Zumwinkel nach der Sitzung des Gremiums. Raizner gilt als ein erfahrener und international orientierter Manager, zugleich als Vertriebsprofi.

Da nun ein Vorstand zugleich das Festnetz- und Internetgeschäft betreut, wurde an der Börse erneut darüber spekuliert, dass die Telekom – nach dem Vorbild von France Télécom – ihre börsennotierte Tochter T-Online wieder in den Konzern integriert. Die T-Online-Aktie legte am Freitag kräftig zu. Ein Sprecher der Telekom sagte jedoch, es gebe derzeit keinen Plan für den Rückkauf von T-Online. Independant-Research-Analyst Norbert Kretlow sagte dem Tagesspiegel, eine engere Zusammenarbeit der beiden Sparten Internet und Festnetz mache im operativen Geschäft durchaus Sinn. Das bedeute aber nicht, dass die Telekom dazu T-Online wieder zurückkaufen müsse. Immerhin halte die Telekom noch die Mehrheit der Aktien. vis

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