Wirtschaft : IBM soll gegen Microsoft aussagen

WASHINGTON (rtr).Die US-Regierung hat offenbar Manager des Computerherstellers IBM als Zeugen im Kartellverfahren gegen den Software-Konzern Microsoft gewonnen.IBM werde Einzelheiten über die Geschäftspraxis von Microsoft nennen, verlautete am Montag aus Kreisen, die mit dem Fall vertraut sind.Wenn IBM-Manager tatsächlich über das Geschäftsgebaren des Software-Riesen berichten sollten, wäre das eine Sensation.Bislang hatte noch kein Computerhersteller im Gerichtssaal über Microsoft ausgesagt.

Das Verfahren vor dem US-Bezirksgericht in Washington war am 26.Februar nach 62 Verhandlungstagen vertagt worden.Voraussichtlich Ende Mai könnte der Prozeß in den Vereinigten Staaten fortgesetzt werden, hieß es.Für die nächste Phase können sowohl die Verteidigung als auch die Anklage drei Zeugen ihrer Wahl benennen.Die Zeugenlisten sollten noch im Laufe des Montags bekanntgegeben werden.

Das US-Justizministerium und 19 Bundesstaaten in den Vereinigten Staaten haben Microsoft wegen wettbewerbswidriger Geschäftspraktiken verklagt.Sie werfen dem Konzern vor, seine monopolartige Stellung bei Windows-Betriebssystemen auszunutzen, um die Konkurrenz in anderen Geschäftsbereichen - vor allem im Internetgeschäft - zu verdrängen.Microsoft bestreitet dies vehement und fühlt sich seinerseits von den Behörden verfolgt.

Anfang des Jahres hatte ein Vorstand des Computerherstellers "Gateway 2000" schriftlich auf Fragen der Ankläger erklärt, seine Firma werde von Microsoft bedroht.Microsoft habe die Lizenz zum Vorinstallieren von Software auf Computern davon abhängig gemacht, daß Gateway auf einigen Modellen keine Programme der Konkurenz anbiete.Ein Microsoft-Manager hatte seinerzeit ausgesagt, er wisse von den Vorwürfen nichts.

Anklage und Verteidigung haben in der Verhandlungspause Vergleichsverhandlungen aufgenommen.Ob sie sich angenähert haben, ist ungewiß.Für die Dauer der Gespräche ist Stillschweigen vereinbart.

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