ICBC : Weltgrößter Börsengang

Hunderttausende Anleger warten auf den weltgrößten Börsengang am Freitag. Die chinesische Staatsbank ICBC geht in Hongkong und Schanghai aufs Parkett.

Hongkong/Schanghai - Beim größten Börsengang der Geschichte hoffen am Freitag hunderttausende Anleger auf Aktien der chinesischen Staatsbank ICBC. Die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) geht in Schanghai und Hongkong aufs Parkett und wird dabei bis zu 22 Milliarden Dollar (rund 17,5 Milliarden Euro) einsammeln. Die privaten Anleger in Hongkong haben bereits rund 50 Milliarden Dollar für die Aktien geboten, womit sie das Angebot für Privatanleger 76 Mal überzeichnet haben. Auch in Schanghai ist die Nachfrage von Privatanlegern viel größer als das Angebot. Die ICBC teilte mit, die Kleinaktionäre in Hongkong sollten zehn Prozent der dort ausgegebenen Anteilsscheine bekommen, doppelt so viele wie bisher.

Die ICBC hatte vor wenigen Tagen den Ausgabepreis der Papiere bei 0,39 US-Dollar am äußersten oberen Rand der festgesetzten Spanne festgelegt. Damit wird der Börsengang mindestens 19,6 Milliarden Dollar in die Kassen der Bank spülen. Sollte die Bank, wie von Analysten erwartet, in Hongkong von einer Option auf die Ausgabe zusätzlicher Aktien Gebrauch machen, würde der Börsengang sogar rund 22 Milliarden Dollar einbringen. Für Schanghai hatte die ICBC schon zuvor die Zahl der ausgegebenen Aktien erhöht. In jedem Fall wird aber der Rekord des japanischen Handykonzerns NTT DoCoMo fallen, dem der Börsengang 1998 etwas mehr als 18 Milliarden Dollar eingebracht hatte.

Riesiger Run auf die Aktien

In den vergangenen Wochen hatte ein riesiger Run auf die Aktien der Bank eingesetzt. Sowohl Profianleger weltweit als auch Privatanleger in Asien hatten sich auf das Papier gestürzt. In Deutschland war es im Vorfeld nicht möglich, die Aktie zu kaufen. Erst nach dem Start des Papiers kann es auch von Kleinaktionären hierzulande ganz normal gekauft und verkauft werden.

Analysten sagen für das ICBC-Papier nach dem Börsenstart einen Sprung von bis zu 20 Prozent voraus. Es wird deshalb damit gerechnet, dass viele Kleinanleger ihre Anteile am Freitag sofort zu Geld machen werden. Die Aktien chinesischer Banken sind für die Anleger seit einer Weile besonders interessant, weil China sich in den vergangenen Jahren stark um eine Sanierung seines Finanzsektors bemüht hatte. Früher waren die chinesischen Banken für ihre große Menge an faulen Krediten berüchtigt. Doch Experten warnen auch weiterhin, dass die Probleme der chinesischen Banken noch längst nicht vollständig gelöst sind.

Die ICBC ist die größte von vier großen chinesischen Staatsbanken und die dritte von ihnen, die an die Börse geht. Zuvor hatten bereits die China Construction Bank und die Bank of China den Sprung aufs Parkett gewagt. Die ICBC bleibt nach der Teilprivatisierung weitgehend in Staatshand. (tso/AFP)

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