Wirtschaft : Ideen in der Schmiede

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Von Harald Olkus

Zum siebten Mal wurden gestern in der Investitionsbank Berlin (IBB) die Gewinner des Businessplan-Wettbewerbs Berlin-Brandenburg (BPW) ausgezeichnet. Drei junge Unternehmen aus dem Hightech-Bereich nahmen die Preisgelder in Höhe von 15 000, 11 000 und 8000 Euro entgegen: Den ersten Platz belegt der Geschäftsplan für die Lasertechnologie-Firma „Spectra Couleur“. Auf dem zweiten Platz ist die Idee der Firma „Tonxx“ für eine Software zur automatisierten Beantwortung von E-mails gelandet. Auf dem dritten Rang liegt der Businessplan von „Monitor“, einem Messtechnik-Unternehmen.

Beim Businessplan-Wettbewerb wird für junge Existenzgründer die Ausarbeitung von Geschäftsideen zu tragfähigen Unternehmen prämiert. Die potenziellen Gründer haben die Aufgabe, in einem dreistufigen Wettbewerb ihren Geschäftsplan zu entwickeln. Dieser Plan soll im Detail das unternehmerische Gesamtkonzept beschreiben. „Der Businessplan zwingt den Gründer, seine Geschäftsidee systematisch zu durchdenken, deckt Defizite auf, verlangt Entscheidungen und fördert ein strukturiertes Vorgehen“, sagt Wettbewerbsorganisator Andreas Bißendorf von der IBB. „Deshalb ist er ein wichtiges Instrument für die Gründung.“

Trotz abnehmender Gründereuphorie – im Jahr 2001 gab es 6,6 Prozent weniger Firmengründungen in Berlin – konnte der Businessplan-Wettbewerb in diesem Jahr noch einmal zulegen. Von anfangs 745 Teilnehmern reichten 370 einen Businessplan ein, das waren 13 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. 135 Teams erreichten die dritte Stufe – acht mehr als ein Jahr zuvor.

Der BPW hat sich zum größten regionalen Existenzgründerwettbewerb entwickelt. Er wird von der Vereinigung der Unternehmensverbände Berlin und Brandenburg, der Investitionsbank Berlin und seit diesem Jahr auch von der Investitionsbank Brandenburg (ILB) veranstaltet. Mit 30 Teams in der dritten Stufe hat die Zahl der Teilnehmer aus Brandenburg stark zugenommen.

Teilnehmen können Existenzgründer aus allen Branchen. Dennoch bildet sich offensichtlich ein Schwerpunkt im Dienstleistungs- und Technologiebereich aus. Rund ein Drittel der Teilnehmer stammt aus dem Bereich Informationstechnologie, Internet und Medien, 14 Prozent kommen aus dem Technologiesektor, etwa der Medizin- und Biotechnologie, Dienstleister machen 28 Prozent aus. „Rund 50 Prozent der Teilnehmer gründen innerhalb eines Jahres ein Unternehmen“, sagt Andreas Bißendorf. „Das unterstreicht auch die wirtschaftliche Bedeutung des Wettbewerbs.“

Die Teilnehmer können auf tatkräftige Unterstützung von Fachleuten zurückgreifen. Zum einen erhalten sie von je zwei Juroren kontinuierlich Feedback auf ihren Geschäftsplan. Zum anderen werden ihnen kostenlos Berater aus Investmentgesellschaften, Unternehmen oder Banken als „Coach“ gestellt.

Träger des Wettbewerbs sind die Hochschulen beider Länder. Mit Abstand die meisten Teilnehmer in der dritten Stufe kamen von der Technischen Fachhochschule Wildau. In Berlin überholte die Universität der Künste (UDK) in diesem Jahr erstmals die Technische Universität (TU). Wer in diese Statistik künftig mit eingehen will, hat noch einige Monate Zeit – die nächste Runde startet im November 2002.

Informationen zum Wettbewerb:

www.b-p-w.de

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