Wirtschaft : IFA 2001: Glossar

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Breitband

Die Breitbandtechnik ermöglicht eine extrem schnelle Übertragung von Informationen. Bei der Datenübertragung werden Höchstgeschwindigkeiten von mehr als acht Megabit pro Sekunde erreicht. Das ist 125 mal schneller als ISDN. Der Trick: Das Frequenzband des Übertragungsmediums wird in mehrere unabhängig voneinander nutzbare Teilbänder aufgeteilt. So können dann Informationen jeglicher Art - ob Sprache, Bilder oder Daten - gleichzeitig übertragen werden. Und: Je größer die Bandbreite, desto mehr Informationen können in einer Zeiteinheit übertragen werden. Die meistgenutzten Übertragungsmedien in der Breitbandtechnik sind Telefonleitungen, Kabel-TV-Netze und Funk.

Digital Subscriber Line

Digital Subscriber Line (DSL) bedeutet Digitale Teilnehmer Anschlussleitung. Die DSL-Technologie nutzt Telefonleitungen zur Hochgeschwindigkeits-Übertragung von Informationen aus dem Internet. Für die Signalübertragung steht die gesamte Bandbreite der Telefonleitung zur Verfügung. Das Kupferkabel wird zur zweistöckigen Autobahn: Auf der unteren Ebene fährt ein langsames Auto mit den Telefon- und Faxsignalen auf dem Gepäckträger, auf der oberen Ebene rast ein Rennwagen, der die Daten aus dem Internet transportiert. Ein Splittergerät, das an die Telefondose angeschlossen wird, sortiert dann die Informationen: Die Sprachsignale werden ans Telefon geschickt, die Internetdaten an den Computer.

Line-Sharing

Teilen ist eine Tugend. Wenn es um Anschlussleitungen geht, ist es bei der Deutschen Telekom damit nicht weit her. Internetdienstleister wollen die Telefonleitungen in die Haushalte nutzen, um ihren Kunden Höchstgeschwindigkeiten bei der Datenübertragung aus dem Internet zu bieten. Dazu benötigen sie aber nur das obere Frequenzband der Kupferleitungen - und deshalb wollen sie auch nur dafür zahlen. Der Ex-Monopolist hat seine Telefonleitungen bisher jedoch nur komplett vermietet. Jetzt ist die Telekom von der Regulierungsbehörde in einem Urteil vom 30. März 2001 zum Line-Sharing, also dem Teilen der Leitungen verpflichtet worden: Die Frequenzbänder müssen auch einzelnen vermietet werden. Die Telekom hat Berufung eingelegt.

Powerline Communication

Der Datentransfer über das Stromnetz wird Powerline Communication genannt. Die 220-Volt-Steckdose wird zum Tor ins Internet. Mit einer Übertragunsrate von fünf Megabit pro Sekunde ist Powerline fast 80 Mal so schnell wie ISDN. Hinzu kommt, dass der Anwender keine Telefonleitung mehr blockiert und von daher auch keine Gebühren nach Nutzungsdauer zahlen muss. Allerdings muss er sich die Bandbreite mit anderen Anwendern in einem Wohngebiet teilen. Die Idee, Daten über die Stromleitung zu transportieren, ist nicht neu: So werden etwa schon seit langem Befehle durch das Stromnetz geschickt, um Straßenbeleuchtungen ein- und auszuschalten. Allerdings ist der Datentransfer über die Stromleitung für die moderne Kommunikationswelt nicht ganz unproblematisch: Mangelnde Abhörsicherheit und hohe Störanfälligkeit machen der Powerline-Technologie zu schaffen.

UMTS

Universelles Mobiles Telekommunikationsystem (UMTS) ist der Name für die Mobilfunktechnik der dritten Generation, der künftig breitbandige Anwendungen mobil machen soll. Mit einer Übertragunsgeschwindigkeit von bis zu zwei Megabit pro Sekunde übersteigt UMTS nicht nur bei weitem die Raten der heute in Europa verwendeten Mobilfunktechnik (GSM), sondern ist damit auch 30 Mal schneller als ISDN mit 64 Kilobit pro Sekunde. Daher können künftig mit dem Handy auch große Datenmengen - Bilder, Filme und Musik - mobil aus dem Netz heruntergeladen geladen oder von unterwegs verschickt werden.

GPRS

General Packet Radio System (GPRS) ist ein Mobilfunkstandard, der dieselben Frequenzen wie GSM nutzt - ein Zwischenschritt auf dem Weg zu UMTS. Beim "klassischen" Mobilfunk bekommt jeder Nutzer eine eigene Leitung, die er konstant belegt - auch während der Gesprächspausen. Bei GPRS werden die Daten in Pakete zerlegt, die sich selbstständig ihren Weg durch Kanäle mit gerade freien Kapazitäten suchen. So kann das Netz besser ausgenutzt werden. Mit GPRS können theoretisch bis zu 171,2 Kilobit pro Sekunde übertragen werden, bislang sind es in der Regel 9,6 Kilobit. Der Nutzer kann dabei immer im Netz bleiben, denn abgerechnet wird nicht mehr nach Verbindungszeit, sondern nach der tatsächlich übertragenen Datenmenge.

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