Ifa 2014 : Hauptsache vernetzt

Die Ifa zeigt ab Freitag Innovationen aus der Unterhaltungs- und Haushaltselektronik. Alles wird smart - vom Backofen bis zur Uhr.

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Große Erwartungen. Die Aussteller auf dem Messegelände unterm Funkturm hoffen auf 240 000 Besucher.
Große Erwartungen. Die Aussteller auf dem Messegelände unterm Funkturm hoffen auf 240 000 Besucher.Foto: dpa

Es klingt fast wie eine Drohung: „Sie werden auf der Ifa kaum ein Produkt ohne Internetanbindung finden“, sagte Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratschef der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik, zum Auftakt der 54. Internationale Funkausstellung (Ifa) in Berlin. Künftig lassen sich Backöfen, Kühlschränke und Waschmaschinen von Siemens, Bosch, Miele oder Samsung per App über das Smartphone bedienen, auch wenn man nicht zu Hause ist.

Noch springen die Kunden nicht wie gewünscht darauf an

Bislang habe der Verkauf vernetzter Geräte allerdings nur „sehr mühsam im Markt zugenommen“, gibt Miele-Geschäftsführer Reinhard Zinkann zu. Allerdings erwartet auch er, dass sich das nun ändern wird. Die Apps hätten inzwischen mehr Funktionen und seien einfacher zu benutzen. Was die Begeisterung der Kunden bremst, ist unter anderem, dass es noch keine übergreifende App für die Geräte verschiedener Hersteller gibt. „Langfristig führt an einer gemeinsamen Plattform für alle kein Weg vorbei“, sagte Zinkann. In der europäischen Branche werde darüber nachgedacht.

Die Ifa ist erneut ausgebucht

Die Ifa wird am Freitag für das Publikum geöffnet. Bis zum 10. September können sich Fachbesucher und Technikbegeisterte auf dem Messegelände unterm Funkturm über Neuheiten aus der Unterhaltungs- und Haushaltselektronik informieren. 1538 Aussteller erwarten rund 240 000 Besucher aus mehr als 60 Ländern. Die Ifa ist bereits zum fünften Mal in Folge ausgebucht. Die Messe ist das wichtigste Ereignis für Handel und Industrie vor dem anstehenden Weihnachtsgeschäft.

47 Millionen Deutsche besitzen smarte Geräte

Im laufenden Jahr werden der Beratungsfirma Deloitte zufolge voraussichtlich 47 Millionen smarte Geräte in Deutschland verkauft: Smartphones, Tablets, Laptops und Flachbildfernseher. Dabei besitzen heute bereits 58 Prozent der Deutschen ein Smartphone, mehr als jeder Dritte nutzt ein Tablet. „Die Konsumenten verlagern ihre Ausgaben von der klassischen Unterhaltungselektronik in den Smartphone- und Tablet-Bereich“, sagte Christian Illek, Microsoft-Deutschland-Chef und Vorstand im IT-Verband Bitkom.

Computer werden anziehbar

Auf der Ifa werden in diesem Jahr also nicht nur immer größere – jetzt auch gebogene – Fernseher mit immer höherer Auflösung zu sehen sein. Vor allem aus dem Bereich der tragbaren Computer, auch „Wearables“ genannt, werden viele Neuheiten erwartet. Samsung zeigt eine neue Version seiner Smartwatch Gear S. Asus präsentiert seine leicht gebogene ZenWatch mit 1,6 Zoll großem Display, Metallrahmen und Lederarmband. Sony setzt im Wettstreit mit dem Marktführer Samsung auf wasserfeste Smartphones, lange Akkulaufzeiten und Armbänder mit Handy-Funktionen. Die Japaner stellen in Berlin unter anderem das neues „Smartband“ Talk vor, mit dem das Smartphone bei Telefongesprächen auch mal in der Tasche bleiben kann.

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