Ifa : Gedränge unterm Funkturm

Die Eröffnung der Internationalen Funkausstellung naht. Zur Schau der Unterhaltungselektronik kommen in diesem Jahr so viele Aussteller nach Berlin wie noch nie. Ein Trend auf der Messe: Das vernetzte Zuhause.

Corinna Visser
IFA Bildschirme
Was die Elektronik-Konzerne zu bieten haben, gibt es auf der IFA ab Freitag zu sehen. -Foto: dpa

Berlin Die Internationale Funkausstellung (Ifa) hat einen neuen Rekord erreicht. An der Ifa 2007, die am Freitag beginnt, beteiligen sich so viele Unternehmen und Institutionen wie niemals zuvor. Mit 1212 Ausstellern aus 32 Ländern übertrifft die Ifa damit die Rekordbeteiligung aus dem Jahr 2005. Mit rund 104 000 Quadratmetern vermieteter Ausstellungsfläche sei das Gelände voll belegt, sagte Messe-Berlin-Geschäftsführer Christian Göke am Mittwoch.

„Alle relevanten Spieler im Markt“ seien vertreten, betonte Göke. Neben den großen Herstellern wie Panasonic und Samsung gehört auch Sony wieder zu den Ausstellern. 2006 hatte der japanische Konzern darauf verzichtet und die Händler zu sich ins Haus eingeladen. Mehr als 60 Prozent der Aussteller kommen aus dem Ausland. Aber auch die Zahl der deutschen Aussteller – vor allem in den Bereichen Hifi und Navigation – sei wieder gestiegen, sagte Göke.

Die wichtigsten Trends der Messe: Bessere Bildqualität bei flachen Fernsehern, hochauflösende Technik bei DVD und Camcordern, mobiles Fernsehen und das vernetzte Zuhause. Zu sehen sind aber auch neue Entwicklungen bei Kameras, Hifi- und Navigationsgeräten.

Die Ifa ist die weltweit größte Messe für Konsumelektronik. Im vergangenen Jahr stellten die Veranstalter – Messe Berlin und die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) – die Ifa von einem zwei- auf einen einjährigen Rhythmus um, auch um der immer schnelleren Entwicklung der Technik gerecht zu werden. Die Ifa sei die bedeutendste Ordermesse für den Handel, sagte gfu- Aufsichtsratschef Rainer Hecker, und sie gebe wichtige Impulse für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft. 2006 nahmen die Aussteller auf der Messe jeweils Bestellungen im Volumen von 2,5 Milliarden Euro entgegen. In diesem Jahr hoffen die Veranstalter diese Marke zu übertreffen. Ein Indiz dafür sei die hohe Zahl der angemeldeten Fachbesucher, sagte Messe-Geschäftsführer Göke. Wie viele private Besucher zur Ifa kommen werden, dazu wollte er keine Prognose abgeben.

Im Markt für Unterhaltungselektronik rechne die Branche in 2007 mit einem Wachstum von 4,6 Prozent auf 14 Milliarden Euro, sagte gfu-Aufsichtsratschef Hecker. Bei Konsumelektronik insgesamt – hier rechnet die gfu noch Telekommunikationsgeräte und Computer in privater Nutzung hinzu – erwarte man ein Wachstum von gut zwei Prozent auf 23 Milliarden Euro. 2006, im Jahr der Fußball-WM, hatte das Wachstum noch bei 4,5 Prozent, in 2005 sogar bei 7,5 Prozent gelegen.

Als eines der ersten Unternehmen stellte die Telekom am Mittwoch ihre Ifa- Neuheiten vor: Das Internet-Fernsehangebot wurde überarbeitet, technisch verbessert und im Preis reduziert. Es soll nun unter dem Namen „Entertain“ aktiv vermarktet werden.Ab 49,95 Euro im Monat enthält es ein TV- und Filmangebot sowie Pauschalen für Telefon- und Internet. „Bis zum Jahresende wollen wir 100 000 bis 200 000 Kunden für das Produkt gewonnen haben“, sagte Telekom-Chef René Obermann. Wie viele Kunden das Vorläuferprodukt abonniert haben, verriet er nicht. Zudem kündigte er einen neuen Mobilfunktarif an, mit dem man seine Favoriten (fünf ausgewählte Nummern) besonders günstig anrufen kann.

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