Wirtschaft : IFA sorgt für volle Auftragsbücher

Branche erwartet Belebung / Highlight Digitalisierung

BERLIN (dpa/ddpADN/Tsp).Die Internationale Funkausstellung (IFA) hat die Erwartungen offenbar erfüllt.Zum Abschluß der Messe, die am Sonntag zu Ende ging, berichteten die Veranstalter, die Aussteller reisten mit Aufträgen in Milliardenhöhe nach Hause und rechneten, nach dem eher enttäuschenden ersten Halbjahr, mit einer Umsatzbelebung.Die IFA, so die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) und die Messe Berlin, habe "ihre Rolle als Konjunktur-Lokomotive mit Bravour erfüllt".Dies milderte die Enttäuschung, daß diesmal etwa 15 Prozent weniger zahlende Besucher kamen, dafür kamen aber deutlich mehr Fachbesucher. Mit über 800 Ausstellern aus 33 Ländern und einer um ein Drittel auf 130 000 Quadratmeter erweiterten Ausstellungsfläche hat die Messe neue Rekordmarken gesetzt.Und die Aussteller zeigten sich zum Abschluß zufrieden.Gut die Hälfte berichteten über gute bis sehr gute Geschäftsabschlüsse, vielfach seien sie besser als vor zwei Jahren.Wichtig sei vor allem, daß das für die Branche so wichtige Herbst- und Weihnachtsgeschäft, in dem etwa 50 Prozent des Jahresumsatzes erzielt werden, durch die Messe Impulse erhalten habe, hieß es. Highlights der IFA waren digitale Fernsehgeräte, die Internet und auch Online-Dienste empfangen können, TV-Bildtelefone sowie schmale Plasmabildschirme und TV-Laserprojektoren.Ebenso Empfangsgeräte für das Digital Audio Broadcasting, die brandneuen Digital Versatile Disc-Spieler, Camcorder mit mehr Funktionen und immer kleinere und leistungsfähigere Handys.Fazit: Die Geräte werden noch kleiner, leistungsfähiger, bedienungsfreundlicher und zusehends kompatibler.Dabei ist der Strukturwandel noch lange nicht zu Ende. Nach jahrelangen Erprobungen begann auf der IFA die Markteinführung des Digital Audio Broadcasting (DAB), des digitalen terrestrischen Hörfunksystems.Längerfristig soll DAB auch UKW ergänzen und dann ersetzen.Der neue Superstar unter den Trägersystemen, die Digital Versatile Disc (DVD), konnte seine Rolle aber noch nicht voll ausspielen.Der langwierige Streit um Rechte und Standards zwischen den führenden Hard- und Softwareherstellern konnte nicht rechtzeitig beendet werden.Erst auf der Messe kam es zum Schulterschluß der großen Anbieter.Nachdem DVD-Player mehrerer Firmen bereits im Handel sind, soll es ab Frühjahr auch größere Mengen von Software-Titeln geben. Beim digitalen Free- und Pay-TV ist jetzt vieles klarer, doch sind längst noch nicht alle Unklarheiten beseitigt.Deutlich die Forderung von Bundespostminister Wolfgang Bötsch und der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten, allen Anbietern einen ungehinderten Zugang zu ermöglichen - ein Appell an die Digital-Allianz von Telekom, Bertelsmann und Kirch.ARD und ZDF starteten auf der IFA ihre digitalen "Bouquets", zu denen ein elektronischer Programmführer und zusätzliche Daten- und Informationsangebote gehören.Deutlich wurde auch, daß die großen der Branche das digitale Fernsehen schon wegen der hohen Einführungskosten nicht gegeneinander durchsetzen können.Abzuwarten bleibt nun, wie die kartellrechtlichen Prüfungen der Troika Kirch, Bertelsmann und Telekom ausgehen.

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