Ifo-Geschäftsklima : Krim-Krise schreckt deutsche Wirtschaft auf

Der Konflikt um die Annexion der Krim durch Russland bereitet deutschen Managern Sorgen. Das Geschäftsklima kühlt sich stärker ab als gedacht. Dennoch ist die Konjunktur robust wie lange nicht.

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Heiße Entwicklung. Die gesamte Industrie, auch die Stahlkocher, hofft, dass die Krim-Krise bald gelöst wird und nicht die Weltkonjunktur in Mitleidenschaft zieht.
Heiße Entwicklung. Die gesamte Industrie, auch die Stahlkocher, hofft, dass die Krim-Krise bald gelöst wird und nicht die...Foto: dpa

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat angesichts der Krim-Krise und wachsender Probleme in den Schwellenländern einen leichten Dämpfer erhalten. Erstmals seit Oktober sank der Ifo-Geschäftsklimaindex im März von 111,3 auf 110,7 Punkte, wie das Ifo Institut am Dienstag in München mitteilte. Fachleute hatten mit einem Rückgang auf 110,9 Punkte gerechnet. Der Index gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft.

„Die Krise der Schwellenländer und die Ereignisse auf der Krim zeigen ihre Wirkung“, sagte Ifo-Präsident Hans Werner Sinn. Die Unternehmen blickten deutlich weniger zuversichtlich auf den weiteren Geschäftsverlauf. Jedoch seien sie mit ihrer aktuellen Lage erneut zufriedener gewesen, sagte Sinn. Auch Berliner Firmen, die sich im Russlandgeschäft engagieren oder Standorte in Russland oder der Ukraine haben, sind verunsichert.

Der Ifo-Index hält sich bereits seit März 2010 über der Marke von 100 Punkten. Den letzten kleinen Rückgang hatte es im Oktober des vergangenen Jahres gegeben. Erst nach drei Veränderungen in eine Richtung sprechen Volkswirte von einer möglichen Trendwende. Der Ifo-Index wird monatlich durch die Befragung von rund 7000
Unternehmen ermittelt.

Volkswirte werteten die Daten als vielversprechend. "Die Unternehmen sind beeindruckt von der Krise, aber nicht schockiert", kommentierte Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der Bank ING Diba, die Ifo-Zahlen. Der milde Winter habe dem Bau einen enormen Schub verschafft. Zudem laufe der Arbeitsmarkt weiterhin gut und die Auftragsbücher seien voll. Brzeski rechnet mit einem starken Wachstum zu Jahresbeginn. "Die deutsche Wirtschaft ist im ersten Quartal wieder auf die Überholspur eingeschwenkt." Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, sagte, die Unternehmen machten noch immer sehr gute Geschäfte. "All das bedeutet, dass wir in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von zwei Prozent rechnen können.“

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