Ifo-Geschäftsklima : Überraschend gute Stimmung

Deutschland koppelt sich immer stärker von der Euro-Zone ab. In der Industrie und in der Bauwirtschaft geht es kräftig aufwärts, der Ifo-Index legt weiter zu.

Deutschland steht im Unterschied zu den meisten anderen Euro-Ländern vor einem Aufschwung. Die Stimmung in den Chefetagen der hiesigen Firmen hellte sich im Februar den vierten Monat in Folge auf und ist nun so gut wie seit zehn Monaten nicht mehr. Der Ifo-Geschäftsklima-Index kletterte überraschend deutlich um 3,1 auf 107,4 Punkte, wie das Münchner Institut am Freitag mitteilte. „Die deutsche Wirtschaft nimmt Fahrt auf“, sagte Ifo-Präsident Hans- Werner Sinn. Schrumpfende Exporte und Investitionen hatten das deutsche Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal mit 0,6 Prozent so stark einbrechen lassen wie seit dem Höhepunkt der Finanzkrise Anfang 2009 nicht mehr. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht darin aber nur einen Ausrutscher. „Die Ifo-Zahlen zeigen, dass man in der Tat davon ausgehen kann, dass wir uns schrittweise, langsam auf niedrigem Niveau im Aufschwung befinden“, sagte EZB-Direktor Jörg Asmussen. Trotz der Schwäche der Nachbarn rechnen die deutschen Exporteure mit besseren Geschäften. „Deutsche Produkte sind gefragt“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. Daran ändere auch der gestiegene Euro-Kurs nichts. Noch optimistischer gestimmt ist die Baubranche, die ihre Aussichten so positiv bewertet wie seit 1990 nicht mehr. Befeuert wird der Bauboom von den niedrigen Zinsen. Auch bei Dienstleistern und Großhändlern erhielten die Optimisten Zulauf, im Einzelhandel blieb die Stimmung stabil. Reuters

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