Ifo-Geschäftsklimaindex : Dämpfer für Konjunkturerwartungen

Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland ist im Juli deutlich gesunken. Besonders die Erwartungen der Unternehmen für das kommende halbe Jahr trübten sich stark ein.

München - Die Konjunkturerwartungen in Deutschland haben einen Dämpfer bekommen. Im Juli sank der ifo-Geschäftsklimaindex deutlich auf 105,6 Punkte nach 106,8 Punkten im Juni, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut mitteilte. Der Rückgang fiel damit stärker aus als von Experten erwartet. Der entsprechende Teilindex sank auf den niedrigsten Wert in diesem Jahr. Ifo-Vorstandsmitglied Gebhard Flaig verwies darauf, dass sich der Geschäftsklimaindex aber weiter auf hohem Niveau befinde. "Die konjunkturelle Entwicklung bleibt weiterhin aufwärts gerichtet."

Bis auf den Großhandel, wo sich das Geschäftsklima kräftig besserte, und das Bauhauptgewerbe mit einer unveränderten Einschätzung verschlechterte sich die Stimmung. Besonders im Einzelhandel ist der jüngste Optimismus wieder verflogen, die Händler bewerten nach dem Ende der Fußball-WM sowohl ihre aktuelle Lage als auch die Aussichten für das kommende Halbjahr schlechter. In der gewerblichen Wirtschaft und im verarbeitenden Gewerbe schwächte sich die Stimmung leicht ab.

Im Vergleich zum Juli des vergangenen Jahres ist die Stimmung der 7000 befragten Unternehmen trotz des Rückgangs weiter deutlich besser. Damals hatte der Geschäftsklimaindex nur bei 95 Punkten gelegen.

Der CDU-Wirtschaftsexperte Matthias Wissmann erklärte, die Hoffnungen und Erwartungen der Unternehmer bewegten sich weiter auf einem hohen Niveau. "Nach dem neuerlichen Anstieg im Monat Juni ist damit die erwartete Stabilisierung des ifo-Indexes als wichtigstes Stimmungsbarometer eingetreten." Die deutsche Wirtschaft trotze damit auch dem anhaltenden Ölpreisanstieg und der Lage der Weltwirtschaft, die durch die zunehmenden Anzeichen für eine Abschwächung der US-Konjunktur bestimmt sei. Für die politische Agenda bedeute dies, dass die Politik nach der Sommerpause mit neuer Kraft die noch anstehenden Reformprojekte angehen müsse. (tso/AFP)

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