Ifo-Index : Geschäftsklima erreicht Drei-Jahres-Hoch

Die Stimmung der deutschen Unternehmer hat sich im August überraschend weiter aufgehellt. Der vom Münchener Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo veröffentlichte Geschäftsklimaindex stieg leicht und verstärkte damit sein deutliches Plus vom Juli.

Wirtschaft im "Sommerhoch".
Wirtschaft im "Sommerhoch".Foto: dpa

Die deutsche Wirtschaft bleibt in Hochstimmung: Im August legte der Ifo-Index nach einem Sprung im Vormonat überraschend noch eine Schippe drauf und kletterte von 106,2 Punkten im Juli auf 106,7 Punkte. Das ist der höchste Stand seit gut drei Jahren. Die meisten Experten hatten mit einem Dämpfer gerechnet, damit aber falsch gelegen. "Die deutsche Wirtschaft ist im stabilen Sommerhoch", erklärte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn am Mittwoch in München. In den kommenden Monaten dürfte der Aufschwung weitergehen, allerdings mit etwas gebremstem Tempo, erwarten die Konjunkturforscher.

Zahlreiche Volkswirte hatten in den vergangenen Tagen ihre Wachstumsprognosen für das laufende Jahr in die Höhe geschraubt. Auch die Ifo-Forscher glauben mittlerweile, dass das Bruttoinlandsprodukt 2010 um mindestens drei Prozent zulegen könnte. "Dieses Jahr ist sehr stark angelaufen, eine Drei vor dem Komma müsste drin sein", sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger. Auch die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt dürfte in den nächsten Monaten anhalten. Allerdings sieht Abberger auch Risiken auf wichtigen Auslandsmärkten. Vor allem die weitere Konjunkturentwicklung in China und in den USA lasse sich schwer abschätzen.

Der Ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft. Monatlich befragt das Institut rund 7000 Unternehmen aus Industrie, Groß- und Einzelhandel sowie aus der Bauwirtschaft nach ihren Einschätzungen zur derzeitigen Geschäftslage und zu ihren Zukunftsaussichten für die kommenden sechs Monate. Der Lage-Index verbesserte sich im August erneut von 106,8 auf 108,2 Punkte. Dagegen sind die Unternehmen für die kommenden Monate etwas skeptischer.

Entsprechend gab der Erwartungs-Index leicht nach von 105,6 auf 105,2 Punkte. In der Industrie fiel das Geschäftsklima abermals günstiger aus. Angesichts voller Auftragsbücher und einer besseren Auslastung zeigten sich die Firmen mit ihrer aktuellen Situation zufriedener.

Die Zuversicht für die kommenden Monate war allerdings nicht mehr so ausgeprägt. Vom Export erwarten sich die Unternehmen nicht mehr ganz so starke Impulse wie in den vergangenen Monaten. Trotzdem wollen mehr Firmen als zuvor ihr Personal aufstocken.

Der Einzelhandel profitiert von einer Konsumbelebung. Hier helfe die robuste Entwicklung am Arbeitsmarkt, sagte Abberger. Sowohl ihre derzeitige Lage als auch die Aussichten für die kommenden Monate sehen die Einzelhändler positiver. Dagegen trübte sich die Stimmung im Großhandel und in der Bauwirtschaft etwas ein.

Erst am Vortag hatte das Statistische Bundesamt für das zweite Quartal ein Rekordwachstum der deutschen Wirtschaft verkündet. Im Vergleich zum Vorquartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) real um 2,2 Prozent zu und damit so stark wie noch nie seit der Wiedervereinigung. (dpa/AFP)

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