Ifo-Index : Geschäftsklima nochmals verbessert

Die deutsche Wirtschaft präsentiert sich weiter in bester Stimmung. Im März stieg der Ifo-Geschäftsklimaindex entgegen den Erwartungen von Experten nochmals an und erreichte den höchsten Wert seit April 1991.

München - «Der Aufschwung ist da und er verstärkt sich», sagte Ifo-Chefvolkswirt Gernot Nerb am Dienstag der dpa in München. Inzwischen gebe es auch Hoffnung für den Arbeitsmarkt. In der Industrie und in anderen Branchen werde wieder mehr eingestellt. Auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) rechnet angesichts der jüngsten Zahlen mit einer weiteren Belebung des Wirtschaftswachstums.

Der Ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft. Im März legte er von 103,4 auf 105,4 Punkte zu. Volkswirte hatten nach dem Stimmungsaufschwung der vergangenen Monate eher mit einem Dämpfer gerechnet. Die rund 7000 befragten Unternehmen beurteilten aber sowohl ihre aktuelle Lage als auch die Aussichten für die kommenden Monate günstiger. Seit dem Vereinigungs-Boom habe es in Deutschland keinen nachhaltigen Aufschwung über mehrere Jahre hinweg mehr gegeben, sagte Nerb. «Jetzt besteht die Chance, dass wir mal einen normalen Aufschwung haben, der drei Jahre durchzieht.»

Ihre aktuelle Lage sehen die Firmen derzeit besonders positiv. Der Lage-Index stieg von 101,9 auf 105,1 Punkte. Auch der Erwartungsindex, der die Hoffnungen für die nächsten sechs Monate widerspiegelt, legte nochmals von 104,9 auf 105,7 Punkte zu. Dabei verbesserte sich die Stimmung quer durch alle Branchen. Besonders hellte sich das Klima im Einzelhandel auf, allerdings von einem niedrigen Niveau aus. «Zur Zeit läuft die Konjunktur gut», sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, in Berlin. «Ich gehe davon aus, dass das Jahr 2006 ein gutes Wirtschaftswachstum bringen wird.»

Eine Hauptursache für die derzeit gute Stimmung ist die robuste Weltkonjunktur, die den Export beflügelt. Politisch sei von der großen Koalition zumindest nichts falsch gemacht worden, sagte Nerb. Es bestehe aber durchaus Handlungsbedarf. «Die dicken Bretter müssen jetzt gebohrt werden.» Allerdings sei der Einfluss der Politik auf die Konjunktur in jedem Fall begrenzt. Die Mehrwertsteuer-Erhöhung im kommenden Jahr werde der Konjunktur zwar einen Dämpfer versetzen. Der Aufschwung werde sich aber fortsetzen. Von der Steuererhöhung betroffen sei aber vor allem der private Konsum, der im Gegenzug durch Fortschritte am Arbeitsmarkt belebt werden könne. (tso/dpa)

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