Ifo-Index : Geschäftsklima überraschend verbessert

Trotz Börsenschwäche und bevorstehender Steuererhöhungen hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft deutlich gebessert. Überraschend stieg der Ifo-Geschäftsklimaindex im Juni auf ein neues 15-Jahres-Hoch.

München - Der Ifo-Index ereichte im Juni 106,8 Punkte, wie das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut am Dienstag mitteilte. Im Mai war der Index noch leicht auf 105,7 Punkte zurückgegangen. Analysten hatten auch für den Juni einen Punktverlust erwartet. Ifo-Vorstandsmitglied Gebhard Flaig erklärte: "Der konjunkturelle Aufschwung erweist sich damit erneut als robust."

Die 7000 befragten Unternehmen bewerteten vor allem ihre aktuelle Lage deutlich besser. Der entsprechende Teilindex stieg von 107,3 Punkten im Mai auf nun 109,4 Punkte. Es war bereits der siebte Anstieg in Folge. Nach einem zweimaligen Rückgang besserten sich auch die Erwartungen der Unternehmen für das kommende halbe Jahr wieder. Hier stieg der Teilindex auf 104,2 Punkte nach 104,0 Punkten im Mai.

Schwung bekam der Ifo-Index vor allem vom Einzelhandel, der nach einer langen Dürre nun sowohl seine Lage als auch seine Erwartungen deutlich besser sieht. Auch im verarbeitenden Gewerbe besserte sich die Stimmung deutlich, im Bauhauptgewerbe leicht. Dagegen waren die Erwartungen an das Exportgeschäft etwas weniger optimistisch als im Mai. Auch die Großhändler sind nach einem erheblichen Stimmungsaufschwung in ihren Einschätzungen etwas vorsichtiger geworden.

Der CDU-Wirtschaftsexperte Matthias Wissmann erklärte, das Vertrauen der Unternehmen und Konsumenten wachse. "Der Aufschwung gewinnt zunehmend an Stärke und Breite." Die große Koalition müsse die positive Stimmung nun nutzen und mit schlüssigen Konzepten zur Gesundheitsreform und der raschen Umsetzung der Reform der Unternehmenssteuern das Vertrauen weiter stärken. SPD-Fraktionsvize Ludwig Stiegler erklärte, die ins Auge gefasste Verbesserung der Rahmenbedingungen für Beteilungskapital im Mittelstand werde weitere Wachstumsimpulse bringen. (tso/AFP)

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