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Ifo-Index sinkt zum vierten Mal in Folge : Stimmung in deutscher Wirtschaft trübt sich weiter ein

Schuldenkrise und weltweite Konjunktursorgen verderben der deutschen Wirtschaft zunehmend die Laune. Bereits zum vierten Mal in Folge sank der wichtige ifo-Index. Der Motor der ohnehin schwächelnden Wirtschaft in Europa könnte ins Stottern geraten.

Die deutsche Konjunktur schwächt sich weiter ab. Wolken über der Baustelle des EZB-Gebäudes in Frankfurt am Main.
Die deutsche Konjunktur schwächt sich weiter ab. Wolken über der Baustelle des EZB-Gebäudes in Frankfurt am Main.Foto: dapd

Die Angst vor dem Abschwung vermiest der deutschen Wirtschaft weiter die Stimmung. Angesichts der weltweit trüberen Aussichten für die Konjunktur und der weiter ungelösten Schuldenkrise sank der ifo-Index im August bereits zum vierten Mal in Folge. „Die deutsche Konjunktur schwächt sich weiter ab“, teilte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn am Montag in München mit. Seit Mai sinkt der Geschäftsklima-Index. Der Konjunkturmotor Europas gerät zunehmend in den Sog der Krise.

Volkswirte sehen bereits nach drei Rückgängen in Folge eine Trendwende für die Wirtschaftsentwicklung gekommen. Im August sank das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer von 103,2 auf 102,3 Punkte und nähert sich damit der kritischen Marke von 100 Punkten weiter an. Zwar bewerteten die befragten Unternehmen ihre aktuelle Lage nur wenig schlechter als noch im Juli, sie schraubten aber ihre Erwartungen für die kommenden Monate deutlich herunter.

Video: Ifo-Geschäftsklima erneut getrübt

Auch die Erwartungen der lange erfolgsverwöhnten Industrie schwächten sich im August deutlich ab. „Erstmals seit fast drei Jahren sind auch die Erwartungen an das Exportgeschäft überwiegend leicht negativ“, teilte Sinn mit. Gerade die Ausfuhren sind die wichtigste Stütze der deutschen Industrie und damit der gesamten Wirtschaft. Ökonomen erwarten für die Wirtschaftsentwicklung im zweiten Halbjahr eine weitere Abkühlung.

„Die deutsche Wirtschaft verliert zunehmend an Fahrt und droht im zweiten Halbjahr zu stagnieren“, schreibt VP-Bank-Experte Bernd Hartmann in einer ersten Reaktion. „Die Auswirkungen der Schuldenkrise bedrohen zunehmend auch die deutsche Wirtschaft.“ Vor allem sei nach wie vor keine Lösung für die Eurokrise in Sicht.

Auch der Handel blickt inzwischen deutlich pessimistischer in die Zukunft. Sowohl im Einzel- als auch im Großhandel kühlte sich im August das Geschäftsklima stark ab. „Die Einschätzung der Lage hat deutlich nachgegeben und die Erwartungen sind den sechsten Monat in Folge gesunken“, teilte Sinn mit.

Das Baugewerbe vermerkt ebenfalls eine schlechtere Stimmung. Zwar meldet die Branche eine leicht verbesserte Geschäftslage. „Ihre Aussichten für das kommende halbe Geschäftsjahr haben sich jedoch weiter eingetrübt“, schreiben die Volkswirte. (dpa)

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