Ifo-Index : Wirtschaft leidet noch unter Steuererhöhung

Die deutsche Wirtschaft hat die Mehrwertsteuer-Erhöhung noch nicht ganz verdaut. Im Februar sank der ifo-Geschäftsklimaindex stärker als erwartet von 107,9 auf 107,0 Punkte.

München - "Die Firmen sehen die Bäume nicht in den Himmel wachsen", sagte ifo-Chefvolkswirt Gernot Nerb. Allerdings liege der Index noch immer auf einem historisch hohem Niveau. Der Aufschwung sei nicht in Gefahr.

Der ifo-Index gilt als wichtigstes Konjunkturbarometer in Deutschland. Schon im Januar hatte sich die Stimmung unter den rund 7000 befragte Firmen nach der Mehrwertsteuer-Erhöhung leicht verschlechtert. Gerade im Einzelhandel sei ein Rückgang des Geschäftsklimas zu erwarten gewesen, sagte Nerb. "Bei Autos und langlebigen Konsumgüterprodukten ist es zu Vorzieheffekten gekommen." Viele Verbraucher kauften sich teure Sachen noch im alten Jahr. Allerdings ist der Einzelhandel für die kommenden Monate optimistisch gestimmt. "Dies spricht dafür, dass die Mehrwertsteuererhöhung nur eine vorübergehende Dämpfung bedeutet", sagte ifo-Präsident Hans- Werner Sinn.

Im Vergleich zum Vorjahr auf hohem Niveau

Im Februar beurteilten die Firmen sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden Monate etwas negativer. Der Geschäftslage-Index ging von 112,8 auf 111,6 Punkte zurück. Der Erwartungs-Indikator sank von 103,2 auf 102,6 Punkte. Beide Indikatoren liegen über die vergangenen Jahre betrachtet aber immer noch auf hohem Niveau.

Für die Rückgänge war die Mehrwertsteuer-Erhöhung nicht allein verantwortlich. In der Industrie zum Beispiel seien die Erwartungen an den Export etwas von dem hohen Niveau gesunken, sagte Nerb. Das Exportwachstum werde sich daher wohl etwas verlangsamen. Mit einem Ende des Aufschwungs sei derzeit aber nicht zu rechnen, da es nur wenige Warnsignale zum Beispiel von der Währungs- oder Rohstofffront gebe. Auch sei die Preisentwicklung derzeit im Griff. In Deutschland seien die Erhöhungen im Zuge der Mehrwertsteueranhebung inzwischen vollzogen. "Die Preiserhöhungen flauen ab und sind schon wieder auf normalem Niveau." (tso/dpa)

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