Wirtschaft : Ifo-Institut sieht starke Signale für nahen Aufschwung

-

Berlin - Wirtschaftsexperten und Bundesregierung zeigen sich zuversichtlich, dass im nächsten Jahr ein Wirtschaftsaufschwung kommt. Das Münchener Ifo-Institut erhöhte seine Wachstumsprognose für 2006 am Montag von 1,2 auf 1,7 Prozent. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sagte zudem, dass die Regierung auf jeden Fall ein Plus von mehr als einem Prozent erwarte.

„Nach fünf Jahren gibt es klare Signale, dass die konjunkturelle Flaute überwunden ist“, sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Das Zugpferd sei nach wie vor die Auslandsnachfrage. Allerdings sei „auch der Investitionsmotor nach etlichen Fehlzündungen endlich angesprungen“. Dies werde im kommenden Jahr begünstigt durch die besseren Abschreibungsbedingungen für die Unternehmen, welche die schwarz-rote Koalition beschlossen hat. Die für 2007 geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer werde daneben noch den Konsum in Schwung bringen. In diesem Winter werde die Marke von fünf Millionen Arbeitslosen allerdings noch einmal überschritten werden. Kritik kam von Sinn an der Entscheidung der Europäischen Zentralbank, die Leitzinsen zu erhöhen. „Auf Grund der hohen Unsicherheit (Ölpreis, Konjunktur, Geldmengenwachstum) hätte die EZB weiter abwarten müssen, bis sich entweder Anzeichen einer ernsten Lohn-Preis-Spirale erhärten oder der Aufschwung sich als robust erweist“, schrieben die Forscher. „Dies wären zwei vernünftige und einfach kommunizierbare Gründe gewesen, um die Zinsen anzuheben.“

Wirtschaftsminister Glos sagte, die Regierung werde Ende Januar eine Prognose vorlegen, die auf jeden Fall über den Erwartungen des Sachverständigenrates von einem Prozent liegen werde. Eine genaue Zahl nannte er aber nicht. Nach dem jüngsten Bericht seines Hauses hat das Wachstum im dritten Quartal wieder angezogen und lag nach einem Absacken auf 0,2 Prozent nun mit 0,6 Prozent wieder so hoch wie im ersten Quartal. brö/dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben